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Tanznetz Dresden
Die Macherinnen
Weiblich, weiß, cis – es lässt sich nicht ignorieren, dass die organisierte freie Szene Dresdens im Tanz ein eindeutiges Gesicht hat. Das ist den Macherinnen durchaus bewusst. An ihnen liegt es aber nicht. Ihr Anliegen – die Stärkung von Produzent*innen, Choreograf*innen und Tänzer*innen – ist allgemein ausgerichtet, ohne Hintergedanken. Dass es da weniger Herren der Schöpfung hat, dafür gibt es nicht zuletzt strukturelle Gründe. Männer finden als Tänzer eher ein Engagement in Ensembles.

Das sieht auch Anna Till so, Choreografin und Tänzerin in Dresden, fast seit der Geburtsstunde des Netzwerks 2010 dabei, das nach mehrmaligem Wechsel der Trägerschaft vergangenes Jahr die Form eines Vereins bekommen hat. «Die meisten von uns kamen frisch vom Studium», erläutert sie mit Blick auf die Anfänge. «Wir hatten keine Ahnung von Produktionsabläufen. Hellerau, das Europäische Zentrum der Künste, hat uns damals viel Rückenwind gegeben. Uns wurde klar, dass wir uns in der Szene zusammentun müssen, um kulturpolitisch auf die Agenda zu kommen.» Die Veranstaltungsreihe «Linie 08» wurde in Hellerau dann für mehrere Jahre zur Plattform für Experimente, unkuratiert, ...

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Tanz November 2021
Rubrik: Praxis, Seite 58
von

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