Nach Toulouse
Es ist die Geschichte einer (Ost-)Deutschen, die nach Toulouse zog, um das dort ansässige Ballett zu leiten und gemeinsam mit ihrer Isetta von 1956 die «Rosa Stadt» zu verzaubern. Doch das Projekt Isetta scheiterte am bockigen Amtsschimmel. Nicht dass in der Region irgendjemand wüsste, was eine Isetta ist – BMW-Modell mit Ausstieg vorne, sehr klein und kompakt! – und das eigentümliche Vehikel deshalb aus dem Verkehr halten wollte.
Vollack musste feststellen: Wer in Frankreich ein Auto anmelden will, braucht entweder einen französischen Pass, eine Steuer- oder eine Sozialversicherungsnummer. Und um eine Wohnung anzumieten, sogar beides. Doch solche Nummern werden erst nach Wartezeiten von bis zu einem Jahr vergeben! Ein Bankkonto wäre auch nicht schlecht. Das wiederum gibt es nicht ohne Gehaltszettel. Kein Gehaltszettel? Kein Konto! Wer in Frankreich lebt, kennt solche Situationen bestens. Vollack dagegen mögen derartige Absurditäten aus anderen Gefilden bekannt vorkommen. Die frischgebackene Toulousaine kam in Ostberlin zu DDR-Zeiten zur Welt. Da kann kein Kafka ihr etwas vormachen. Zu Vollacks Glück hatte der Bürgermeister von Toulouse der neuen Ballettchefin einen Brief ...
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Tanz November 2024
Rubrik: Menschen, Seite 22
von Thomas Hahn
tanz. Zeitschrift für Ballett, Tanz und Performance
Herausgeber
Der Theaterverlag – Friedrich Berlin GmbH
Redaktion
Sofie Goblirsch, Johanna Rau, Falk Schreiber, Marc Staudacher, Dorion Weickmann (Leitung) Tel. +49-30-254495-20, Fax -12 redaktion@tanz-zeitschrift.de www.tanz-zeitschrift.de
Bildredaktion
Marina Dafova, Sofie Goblirsch
Art direction
Marina Dafova
Anz...
CD des Monats
Gabriel Fauré
Der Erinnerung an den Freund und Kollegen John Cranko hat Kenneth MacMillan sein Ballett «Requiem» gewidmet, und er wählte dafür keine dunkle, dramatisch verzweifelte Komposition, sondern im Gegenteil ein Werk, das den Tag des Todes nicht als «Dies irae» deutet. In das «Requiem» von Gabriel Fauré fällt Licht, sehr viel Licht – nicht...
Es läuft gut für Wayne McGregor. Gerade wurde dem Mittfünfziger angetragen, nach vier Jahren als Kurator der «Biennale di Danza» in Venedig zwei weitere Jahre dranzuhängen. Selbstredend sagte er zu. Daheim in London tummelt sich der Liebhaber Künstlicher Intelligenz (KI), getanzter Mikrobiologie und Neurologie im Metaverse. Die von ihm angestoßenen Begegnungen...
