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«SISTA DANSEN» IN STOCKHOLM
Wer Tanz nur als überschäumende Lebensfreude interpretiert, der hat etwas nicht verstanden. Man muss nämlich gar nicht auf die offensichtlichen Beispiele «Giselle» und «Romeo und Julia» blicken, um zu erkennen, dass Tanz auch immer etwas mit dem Tod zu tun hat. Die Ausstellung «Sista Dansen» im Stockholmer Dansmuseet beleuchtet diesen «Todestanz» – der, wenn man den Tod als untrennbar mit dem Leben verknüpft versteht, natürlich ebenfalls eine Lebensfeier ist.

Aufgebaut ist die Schau in vier Kapitel, es geht um Antitanz, Vergänglichkeit, Tod und Auferstehung. Spektakulär ist eine Reliquie, die ganz nahe am katholischen Todesverständnis ist: ein Teil des Schals, der die Tänzerin Isadora Duncan 1927 bei einem Autounfall strangulierte (Foto: Dansmuseet). Dass der Tod auch ein endgültiger Abschluss ist, erkennt man an einem kleinen Detail: Wenn die Ausstellung am 6. Januar endet, verlässt das Dansmuseet auch seine Räume in der Drottninggatan, der «letzte Tanz» («Sista Dansen») ist also wörtlich zu verstehen. www.dansmuseet.se

Berlin, Georg Kolbe Museum, www.georg-kolbe-museum.de
«Ich weiß, daß ich mich verdoppeln kann. Gisèle Vienne und die Puppen der ...

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Tanz November 2024
Rubrik: Kalender, Seite 44
von

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