Muttersein im Tanz
Giulia Tonelli, der Film «Becoming Guilia» dokumentiert Ihren Weg zurück als Tänzerin im Ballett Zürich nach der Geburt Ihres Sohnes Jacopo. Ich hatte den Eindruck, Sie befinden sich da an einem Wendepunkt Ihres Lebens?
Ja, durch den Film habe ich viel über mich und mein Umfeld der letzten 20 Jahre reflektiert. Seither ist ein weiteres Kind geboren: Leon ist heute 15 Monate alt.
In Zukunft würde ich gerne der nächsten Generation weitergeben, was ich in meiner langen Karriere gelernt habe, etwa durch Führung einer Kompanie, die Prinzipien umsetzt, die ich gerne gesehen hätte. Dieses Projekt braucht aber noch Zeit, um spruchreif zu werden.
Hat sich Ihr Verhältnis zu Ihrem Körper und zu Ihrer Arbeit seither verändert?
Die Beziehung einer Tänzerin zu ihrem Körper ist immer heikel. Wir sind ständig umgeben von Spiegeln und Menschen, die uns bewerten. Die Erfahrung der Geburt gab mir einen gewissen Stolz: Mein Körper war fähig, Leben zu schenken! Gibt es etwas Mächtigeres? Dadurch begann sich meine Beziehung zur Arbeit zu ändern: Einerseits spürte ich einen großen künstlerischen Gewinn, andererseits war ich damit konfrontiert, dass das Umfeld für Jungen und Mädchen gemacht ist, und ...
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Tanz Januar 2024
Rubrik: Praxis, Seite 66
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