Mutter Slash Tochter

Richard Siegal: «If/Then» in Saint-Denis bei Paris

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Er ist sich selbst ein Rätsel. Wenn ich an der Schnur ziehe und das Licht einschalte, warum springe ich dann auf den Tisch? Warum verrenken und verknoten sich meine Arme und Beine? Ex-Forsythe-Tänzer Richard Siegal hat sich einiges von US-Hip­Hopper Doug Elkins abgeschaut und schafft in «If», einem kurzen Solo für Akteur, Tisch und Stehlampe, Akzente nonchalanter Komik. Seine Figur hat das Gefühl, vom eigenen Körper eingeengt zu sein – so als lebe dieser namenlos Zappelnde in einer autistischen Welt.
«I’m so sorry we’re in this mess …».

Sprechen wird Siegal erst im zweiten Teil, aus dem Off, während er Ton und Licht steuert. Noch figürlicher und theatralischer als «If», erzählt «Then» eine Mutter-Tochter-Beziehung der besonderen Art. Die Mutter, an einem Gehirntumor leidend, verliert nach und nach den Verstand. Ein Psychodrama, gestenreich interpretiert von Janis Brenner und Jeanine Durning. Steigt die Spannung ins explosive, geht Siegal auf die Bühne und knallt den Holztisch auf den Boden, mit Echo unterlegt. Keine Frage, die Vorliebe für V-Effekte bringt er von Forsythe mit, ebenso wie das häufige Unterbrechen der Handlung. Pausen, in denen die Figuren dem ausführenden Tänzer ...

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Tanz Mai 2005
Rubrik: On Stage, Seite 49
von Thomas Hahn

Vergriffen
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