München wacht: Über den Dächern der Stadt
Wer wacht über uns? Wer gibt uns Orientierung, Halt, Beständigkeit? Es scheint, als müssten Bürger*innen dies heute selbst in die Hand nehmen. Joanne Leightons partizipative Performance «Türmer München», installiert auf dem Dach des Kulturzentrums Gasteig, ermöglicht das. Sie erinnert an die Zeit, als Turm- und Nachtwächter Schutz versprachen und einen menschlichen Bezugspunkt über den Dächern der Städte schufen. Ein Jahr lang, bis Mitte Dezember 2021, wachen nacheinander 730 Bürger*innen über München, jeweils eine Stunde lang bei Sonnenaufgang und -untergang.
Zwar besitzen Joanne Leightons zivile Wachposten weder Horn noch Glocken, doch ihre schiere Präsenz soll verzaubern, und das an 365 aufeinander folgenden Tagen. Seit zehn Jahren verbindet das Projekt «Les Veilleurs» – so der französische Originaltitel – Menschen, Kunst, urbane Räume, Poesie, intimes Erleben und öffentliche Präsenz, in großen wie in kleinen Städten. Man sah die Veilleurs – und sie sahen ihre Stadt – u. a. in Belfort, Rennes, Freiburg oder Dordrecht. Mit München ist nun die erste Millionenstadt an der Reihe. Es folgen demnächst das englische Hull und ab September vier Städte im Großraum Paris, und zwar ...
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Tanz Januar 2021
Rubrik: Side Step, Seite 16
von Thomas Hahn
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Gute Frage. Am liebsten in der Nähe von «Natur» (gern am Tiergarten, Englischen Garten, an der Alster) und bevorzugt auch in der Nähe von Kultur (in den teuren Innenstädten). Deshalb eignet sich Kultur so hervorragend zur Stadtentwicklung. Nur lobt das keiner (außer dem Marketing). Denn weder der Natur noch der Kultur (wir reden von Geld) wird ein besonders hoher...
