münchen: laurent chetouane «horizon(s)»

Tanz - Logo

Es geht auch ohne Worte: Im jüngsten Stück des französischen Regisseurs und Choreografen bleiben die Tänzer still. Sigal Zouk betritt die Bühne, in hellem Pulli, schwerem Rock, barfuß. Sie steht ruhig in der ersten Position, sie hebt und senkt den Kopf, öffnet die Hände, legt sie auf ihren Bauch, schließt ein Port de bras an, beugt die Knie, erhebt sich auf halbe Spitze, dreht sich. Begleitet von Cello- und Klavierklängen von Leo Schmidthals, beginnt «horizon(s)» am Nullpunkt – und schaut auf den Horizont.

Nach den vier «Tanzstücken», die Laurent Chétouane zwischen 2007 und 2010 geschaffen hat und in denen er nach neuen Verbindungen von Tanz und Sprache suchte, brachte er nun sein erstes «reines» Tanzstück heraus. Dafür begann Chétouane mit einer neuen Zeitrechnung, brach mit dem Prinzip der Serialität und dem Genretitel «Tanzstück».

Anna MacRae und Matthieu Burner gehen aufeinander zu, fassen sich an den Armen, üben Gesten der Nähe. Dem einander zugewandten Paar sieht Sigal Zouk eine Weile zu. Vor unseren Augen entfaltet sich eine Dreierbeziehung, das Paar und die Dritte im Bunde, mal gemeinsam und aufeinander bezogen, oft getrennt. Wechselnde Konstellation von erstaunlicher ...

Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo

Sie sind bereits Abonnent von tanz? Loggen Sie sich hier ein
  • Alle tanz-Artikel online lesen
  • Zugang zum ePaper
  • Lesegenuss auf allen Endgeräten
  • Zugang zum Onlinearchiv von tanz

Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen

Digital-Abo testen

Tanz August/September 2011
Rubrik: kalender, Seite 70
von Katja Schneider

Weitere Beiträge
brilliant corners

Vor sieben Jahren begann Emanuel Gats Stern über Europa zu leuchten. Für «Le sacre du printemps» verwandelte der Israeli seine Interpreten in Salseros. Dann folgte eine bemerkenswerte «Winterreise». In diesen Anfangserfolgen war der Tod ein ständiger Begleiter. Gat konnte da noch so sehr beteuern, dass auch in Israel ganz normale Stücke entstehen können, es war...

genf: steven cohen «the cradle of humankind»

Die allerletzte Ausgabe der «Antipodes» in Brest bot eine der größten Überraschungen der Saison. Da zeigte sich: Steven Cohen kann auch anders, ohne Schockvideos, ohne Lederstrapse, ohne schrille Schminke. Hier geht es weder um Religion noch um Homosexualität, noch um Symbole, an denen sich Konflikte entzünden. In «The Cradle of Humankind» entdeckt er seine...

berlin: helge letonja «the bog forest»

Die Hände zur Faust geballt stecken tief in den Jackentaschen, im Schatten der Kapuze verbirgt sich das Gesicht. Angst, der etwas Bedrohliches anhaftet, ist deutlich spürbar. Wie gehetzt die Figuren in Helge Letonjas jüngster Produktion «The Bog Forest» auch durch das Dunkel der Bühne der Bremer Schwankhalle huschen, wie gequält sie sich krümmen und am Boden...