berlin: helge letonja «the bog forest»
Die Hände zur Faust geballt stecken tief in den Jackentaschen, im Schatten der Kapuze verbirgt sich das Gesicht. Angst, der etwas Bedrohliches anhaftet, ist deutlich spürbar. Wie gehetzt die Figuren in Helge Letonjas jüngster Produktion «The Bog Forest» auch durch das Dunkel der Bühne der Bremer Schwankhalle huschen, wie gequält sie sich krümmen und am Boden winden, ihre Not ist erst mal fremd und nicht ganz geheuer.
Das Stück bildet den Auftakt zu einer Trilogie, die sich unter dem Titel «DisPlacing Future» choreografisch mit dem Thema Migration auseinandersetzt.
Der Sumpfwald ist hier zugleich ein ganz realer Ort und eine metaphorische Traumlandschaft für allerlei Sehnsüchte, Ängste, Irrungen, Wirrungen. Für die Tänzer von Letonjas steptext dance project bedeutet das, sich einem emotionalen Ausnahmezustand anzunähern, Orientierung einzig in den Impulsen und Rhythmen ihres Körpers zu suchen.
Unter Todesgefahr nehmen Menschen täglich die Reise auf sich, hoffen im gelobten Europa auf eine bessere Zukunft. Auf der sicheren Seite mögen wir die Augen vor dieser Wirklichkeit verschließen, die in den Medien übermittelten Bilder der Gestrandeten wirken dennoch nach.
Hier ragen ein paar ...
Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo
Sie sind bereits Abonnent von tanz? Loggen Sie sich hier ein
- Alle tanz-Artikel online lesen
- Zugang zum ePaper
- Lesegenuss auf allen Endgeräten
- Zugang zum Onlinearchiv von tanz
Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen
Tanz August/September 2011
Rubrik: kalender, Seite 65
von Irmela Kästner
Ted Brandsen, im Herbst erlebt das Niederländische Nationalballett, das Sie seit 2003 leiten, seinen 50. Geburtstag. Haben Sie trotz der Kürzung der staatlichen Zuschüsse Grund zum Feiern?
Ja, durchaus. Dennoch ist es schlimm und traurig, dass die Zuschüsse gekürzt wurden. Wir sind dankbar, dass es für uns nicht so schlimm gekommen ist, wie wir zuerst dachten. Die...
«Die Rhythmische Gymnastik ist kein ‹neuer Tanz›. Aber aller Tanz beruht auf Rhythmik», war in der Gründungspublikation der Bildungsanstalt für Musik und Rhythmus 1910 zu lesen. In der rhythmischen Erziehung sah man die Rettung der Tanzkunst, nur aus ihr, hieß es, könnte der künstlerische Tanz wiedergeboren werden, denn der sei zu Technik und Akrobatik verkommen....
...ist ein neugieriger Mensch, immer auf der Suche nach Inspirationen für seine Stücke. Mal ist es die Musik, die ihn anregt, mal eine neue Bewegungssprache wie der Flamenco oder der indische Kuchipudi. Oder die Popkultur eines anderen Landes. Für sein neues Stück greift er nach Japan, zur dortigen Form des Comics, den Mangas. Mit «TeZukA» kreiert er eine Hommage...
