München: Jan Martens, Marc Vanrunxt «Lostmovements»

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Jan Martens beginnt sein Solo «lostmovements», das er in Zusammenarbeit mit seinem Kollegen Marc Vanrunxt kreiert hat, mit einer Aufzählung von Choreografennamen. Sein feierlicher Ton verrät, dass sie ihm viel bedeuten. Enden lässt er das Stück mit einer ebenso langen Aufzählung von Namen homosexueller Künstlerinnen und Künstler. Auf diese Weise bekräftigt Martens erstmals ausdrücklich, dass er diesen Aspekt seines Lebens und seiner Arbeit in den Mittelpunkt einer Performance rücken will.

Tatsächlich markiert dieses Solo einen bemerkenswerten Punkt in Martens’ Laufbahn. Bestachen frühere Kreationen wie «The Dog Days Are Over» oder «Rule of Three» durch frenetische Wiederholungspraktiken, lernen wir hier eine gänzlich andere, geradezu expressionistische Facette des Choreografen kennen: Zu den Klängen von Krzysztof Pendereckis «Polnischem Requiem» gibt er sich einer leidenschaftlichen, wilden Körpersprache hin, die unmissverständlich von Seelenqual kündet. Er durchpflügt die Luft mit den Armen, krümmt sich und streckt den gesamten Körper in alle erdenklichen Richtungen wie ein Wahnsinniger. Seine gequälten Blicke lassen nicht den geringsten Zweifel aufkommen: Hier ringt ein Tänzer ...

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Tanz August/September 2020
Rubrik: Kritik, Seite 28
von Pieter T‘Jonck

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