Müllermeyerschmidt
Ballett ist schwul – Jungs mit Ballettunterricht werden schief angeschaut. Obwohl die Heterosexuellen in den Tanzkompanien die überwiegende Mehrheit bilden. Deutsche Jungs fürchten Homophobie – hat sich denn über die Jahre nichts geändert?
Das wollte Benno Gammerl wissen, Gender-Professor im schönen Florenz.
In den Jahren 2008 und 2009 hat er 32 Frauen und Männer befragt, die ihresgleichen begehren: «In den 1980er- und 1990er-Jahren, als die Akzeptanz sexueller Vielfalt zunahm, kamen sie ihren Partner*innen unter ganz anderen Bedingungen näher als die älteren Gesprächspartner*innen in den Zeiten ausgeprägter Stigmatisierung.» Und ausgerechnet mit seiner ältesten «Erzählperson» gerät der Autor aneinander. Diese ist 40 Jahre älter als er und saß mal an Adenauers Kaffeetafel, wo unvoreingenommen über Homosexualität gesprochen wurde, während die Regierung den § 175 zementierte. «Herr Schumann» sieht in seinen Gefühlen den leitenden Impuls seines Handelns, während der Wissenschaftler dem «konstruktionistischen Paradigma» anhängt: Er hält Gefühle für von der Gesellschaft vorgeprägt. Seine sicheren Gefühle halfen «Herrn Schumann», auch in der «Phase des Ausweichens», wie Gammerl sie ...
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Tanz Juni 2021
Rubrik: Queerness, Seite 24
von Bernd Feuchtner
Kindheit wie aus dem Bilderbuch: «Morgens um halb sieben sind wir mit Oma Lilo in den Tanzsaal, haben die Musik aufgedreht und uns ausgetobt – in Paillettenkleidern aus ihrem Schrank. Egal, wie teuer die Stücke waren, wir durften alles haben!» Henriette Schaller sekundiert ihrer Schwester Therese: «Genauso war’s, eigentlich hatten wir jeden Tag Fasching.» Überhaupt...
Mit kleinen Unterbrechungen sind Tanzschulen seit einem Jahr geschlossen. Unterrichtet wird online, unter besonderen Umständen auch live mit stark verringerter Teilnehmerzahl. Sei es im Ballett, in Modern oder Jazz Dance, bei der Contact Improvisation oder beim Standardtanz – Leiter*innen und Dozent*innen haben Ideen ersonnen und Modelle erprobt, um die Lockdowns...
Paris hat, ohne Witz, zwei Treppen, die eine Reise wert sind. Die erste führt hinauf zu Sacré-Cœur und wird bei Schneefall gern als urbane Skipiste benutzt. Die zweite befindet sich im Ostflügel des Palais de Chaillot und ist mit Marmor ausgelegt. Dort steigt man hinab ins Foyer des Theaters und erblickt linker Hand eine Skulptur des kongolesischen Künstlers Freddy...
