Mourad Merzouki: «Agwa», «Correira»
Brasilien ist längst das gelobte Land für Europas Choreografen geworden. Vor allem in den Favelas schürfen sie gern nach menschlichem Gold. Rachid Ouramdane fand dort Wunschinterpreten, und Storms HipHop-Herz schlägt für die Kompanie Discipulos do ritmo. Nun wurde auch Mourad Merzouki (Kompanie Käfig) an der Copacabana fündig.
Für die Companhia urbana de danza schuf er ein außergewöhnliches Stück. Die Begegnung mit den zehn B-Boys aus Rio erlaubte ihm, sich selbst neu zu erfinden.
«Sonst habe ich ja gern ein aufwändigeres Bühnenbild», sagt er, «aber unter den Bedingungen der Favela war das nicht drin». So entwickelte er diesmal ganz ohne Möbel, Zäune, Kisten, Puppen, Violinen, oder was er sonst so gern verarbeitet, seine bisher eindringlichsten Bilder. Da kommen Menschen auf die Bühne, Plastikbecher und Wasser. Sie bilden Ketten, Mosaike, Schlangen oder Spiralen.
Im Subtext erzählt «Agwa» die Lebensgeschichte der zehn aus der Favela, die alle Energie in den Tanz legen. Darüber finden sie zusammen und bauen sich eine neue Identität auf. Merzouki schafft es tatsächlich, ein Kollektiv zu präsentieren, in dem jedes Individuum präsent bleibt, ohne sich in den Vordergrund drängen zu ...
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