Morgann Runacre-Temple, Jessica Wright/Marcos Morau «Empreintes»
Solch einen Auftritt ihres Ballet de l’Opéra hatten sie in Paris noch nicht gesehen. Unglaublich schnell, leicht und doch explosiv. Alle Körperteile in ständiger Bewegung, extrem präzise, angetrieben von trockenem, pulsierendem Schlagzeug. Ein Drive, als sei das Palais Garnier von Paris an die US-Westcoast umgezogen, was sich insbesondere im Solo des Tänzers Eric Pinto Cata manifestiert. So zeigen sich Morgann Runacre-Temple und Jessica Wright, die mit Marcos Morau den Doppelabend «Empreintes» bestritten, von Codes und Traditionen der französischen Schule völlig unbeeindruckt.
Moraus «Étude» mäandert zwischen Schatten und Licht, aber «Arena» von den beiden Britinnen ist noch mal ein ganz anderes Register.
Nach dem Kick-Start – «Arena» hätte gerne so weiter feuern können – steht die Choreografie für 16 Tänzer*innen am Scheideweg. «Zuerst wollten wir ein Stück machen, das nur auf Bewegung aufbaut. Dann wollten wir doch mit der Kamera arbeiten und Erzählstoff entwickeln», erklären die Londonerinnen, die sich Anfang der Nullerjahre an der Central School of Ballet begegneten und wenig später begannen, mit Tanzfilmen zu experimentieren. «Wie lässt sich Film als choreografisches Medium ...
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Tanz April 2026
Rubrik: Kalender, Seite 48
von Thomas Hahn
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