Shitstorm: Timothée Chalamet
Eigentlich müssen sie Timothée Chalamet dankbar sein, die vielen Ballettcompagnien und Opernhäuser, die erst sein Gesicht und danach, mit empörtem Rückenwind, Bilder ihres jubelnden Publikums und Highlights ihrer Darbietungen in die sozialen Medien schaufelten.
In einem Gespräch für CNN hatte der Filmstar abgelehnt, jemals in einer Nische wie Ballett oder Oper arbeiten zu wollen, von der es heißt: «Hey, haltet diese Sache am Leben, auch wenn sich niemand mehr dafür interessiert!» Obwohl er ein halbherziges «Mit allem Respekt für die Ballett- und Opernleute da draußen» hinzufügte, fand die Netz-Community das gar nicht lustig.
«Timmy, ich wusste gar nicht, dass du ein Weltklasse-Tänzer oder -Opernsänger bist, der sich einfach dagegen entschieden hat, weil Schauspielern beliebter ist», ätzte lächelnd Megan Fairchild vom New York City Ballet. Chalamet möge sich «besser ohne Director’s Cut nicht äußern», war der sarkastische Ratschlag von Giorgi Potskhishvili von Het Nationale Ballet. Und das Opernhaus in Seattle bot spontanen Ticketrabatt beim Codewort «TIMOTHEE». Mit einem Lacher, den man beim besten Willen nur herablassend nennen kann, hatte Chalamet nicht nur das Live-Theater auf ...
Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo
Sie sind bereits Abonnent von tanz? Loggen Sie sich hier ein
- Alle tanz-Artikel online lesen
- Zugang zum ePaper
- Lesegenuss auf allen Endgeräten
- Zugang zum Onlinearchiv von tanz
Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen
Tanz April 2026
Rubrik: Side step, Seite 18
von Angela Reinhardt
Keine Zeugen. Bei William Shakespeare stirbt der dänische König unbegleitet. Königssohn Hamlet ist ja nicht da, der ist zum Studium in Wittenberg, und erst nach seiner Rückkehr muss er erfahren, dass der Vater tot ist und Mutter Gertrude mittlerweile seinen eigenen Onkel Claudius geheiratet hat. Dass es sich hier um einen Mord handelt, weiß Hamlet nur, weil der...
«INTO THE HAIRY» UND «KAFKA»
Kafkas «Prozess» auf der Tanzbühne? Ist zumindest 2015 in Hannover geglückt, wo Mauro Bigonzetti das Universum des Josef K. ins Opernhaus verlegte (tanz 6/15). In der Fassung des Tschechischen Nationalballetts ist die Literaturadaption ab 5. April auf www.mezzo.tv zu besichtigen. Ein weiterer Stream fürs Heimkino: 2023 brachte Sharon...
Der «Dr.-Wilhelm-Oberdörffer-Preis», verliehen von der Stiftung zur Förderung der Hamburgischen Staatsoper und dotiert mit jeweils 8000 Euro, geht dieses Jahr unter anderem auch an Mitglieder des Hamburg Ballett: an die Solistinnen Olivia Betteridge und Charlotte Larzelere.
Den «Theaterpreis Berlin 2026» erhalten Lina Majdalanie und Rabih Mroué.
Alessandra Ferri,...
