Mohammad Abbasi
Mohammad Abbasi, Sie haben 2010 das Invisible Center of Contemporary Dance ins Leben gerufen. Wie kann man unsichtbar bleiben, wenn man vor Publikum auftritt? Wir veröffentlichen nichts online. Im Iran kann man tun, was man möchte, solange man für die Medien unsichtbar bleibt. Die iranischen Botschaften werten vor allem Medien aus, die eine große Reichweite haben, wie die BBC oder die Deutsche Welle.
Ihre Arbeit machen Sie im Untergrund, das «Untimely Festival» ist ohne Finanzierung und ohne Ort, eingeladen wird am Tag vor der Eröffnung per Telefon. Alles, um keine Spuren zu hinterlassen? Für mich hat das Wort Untergrund nichts mit dem Gesetz oder der Zensur zu tun, sondern mit ästhetischen Fragen, mit Politik, Geschäft und Ideologie – der Vermeidung des Mainstream. Mainstream oder Untergrund: Es gibt nichts dazwischen. Die Theaterszene in Teheran ist sehr uniform. Vor einigen Jahren wurden die Theater privatisiert. Nun besetzen sie berühmte Filmschauspieler, um Tickets zu verkaufen. Zugleich brauchen sie für die Aufführung nach wie vor eine Erlaubnis, denn die Regierung hat zwar die Förderung eingestellt, aber nicht die Überwachung. Die Theater müssen dem Kulturministerium den ...
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Eine Woche vor unserem Interview sah ich Lauren Cuthbertson als Zuckerfee in Sir Peter Wrights berühmter «Nussknacker»-Produktion. Im Anschluss an ihre Solo-Variation brach das Londoner Premierenpublikum in donnernde, lang anhaltende Beifallsstürme aus. In diesem Augenblick beschlich mich der Eindruck, dass Lauren Cuthbertson nunmehr in den Zenit ihrer...
Kollaboration? War das Thema nicht schon im letzten Jahrzehnt durch? Fragt die Tanzdramaturgin Bojana Cvejic. Reden wir etwa schon wieder von Derrida, Agamben, Rancière? Fragt die Theaterwissenschaftlerin Christel Weiler. Diesmal nicht. 2013 beendete der Putsch in Ägypten den Arabischen Frühling. Die Tanzkuratoren Silke Bake und Peter Stamer fragten in Kairo nach...
Als Tänzer tritt er heute nur noch wohldosiert in Erscheinung. Der Bühne bleibt er dennoch treu. Mikhail Baryshnikov widmet seine beeindruckende Erfahrung als Performer inzwischen vornehmlich anderen Projekten – aktuell zu Ehren seines Freundes, des exilierten russischen Dichters Joseph Brodsky, der 1996 verstarb.
Für die Produktion «Brodsky/Baryshnikov», in Szene...
