Mohammad Abbasi
Mohammad Abbasi, Sie haben 2010 das Invisible Center of Contemporary Dance ins Leben gerufen. Wie kann man unsichtbar bleiben, wenn man vor Publikum auftritt? Wir veröffentlichen nichts online. Im Iran kann man tun, was man möchte, solange man für die Medien unsichtbar bleibt. Die iranischen Botschaften werten vor allem Medien aus, die eine große Reichweite haben, wie die BBC oder die Deutsche Welle.
Ihre Arbeit machen Sie im Untergrund, das «Untimely Festival» ist ohne Finanzierung und ohne Ort, eingeladen wird am Tag vor der Eröffnung per Telefon. Alles, um keine Spuren zu hinterlassen? Für mich hat das Wort Untergrund nichts mit dem Gesetz oder der Zensur zu tun, sondern mit ästhetischen Fragen, mit Politik, Geschäft und Ideologie – der Vermeidung des Mainstream. Mainstream oder Untergrund: Es gibt nichts dazwischen. Die Theaterszene in Teheran ist sehr uniform. Vor einigen Jahren wurden die Theater privatisiert. Nun besetzen sie berühmte Filmschauspieler, um Tickets zu verkaufen. Zugleich brauchen sie für die Aufführung nach wie vor eine Erlaubnis, denn die Regierung hat zwar die Förderung eingestellt, aber nicht die Überwachung. Die Theater müssen dem Kulturministerium den ...
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Ole Nørlyng war am Kopenhagener Royal Ballet keine graue Eminenz, sondern ein schillernder Lenker und Pädagoge für die Tänzerinnen und Tänzer, die an der Ausbildungsstätte unter dem Dach des Kongelige Teater heranwuchsen. Das Unterrichten war für ihn ein kreativer Prozess, also begegnete man ihm schon mal in einem der Kopenhagener Museen, umringt von aufmerksamen...
Diese vier haben die eigene Lebensmitte jeweils schon deutlich überschritten und bilden nach 20 Jahren das älteste in Deutschland arbeitende Bühnenkollektiv (okay – Gob Squad sind noch etwas älter). Seit 1997 agieren Nikola Duric, Thorsten Eibeler, Dariusz Kostyra und Veit Sprenger unter dem Label Showcase Beat Le Mot. Die Herren strotzen noch immer vor Witz,...
Beim «Reigen seliger Geister» in Christoph Willibald Glucks Oper «Orfeo ed Euridice» scheiden sich die choreografischen Geister. Die einen geben der Musik nach und schwelgen im Elysium. Die andern setzen eine minimale Bewegungssprache dagegen, so etwa Joachim Schlömer in den 1990er-Jahren in Basel, wo die Liebe zwar im Gesang siegte, nicht aber im Tanz. Dritte...
