Reader

«How to collaborate»

Tanz - Logo

Kollaboration? War das Thema nicht schon im letzten Jahrzehnt durch? Fragt die Tanzdramaturgin Bojana Cvejic. Reden wir etwa schon wieder von Derrida, Agamben, Rancière? Fragt die Theaterwissenschaftlerin Christel Weiler. Diesmal nicht. 2013 beendete der Putsch in Ägypten den Arabischen Frühling. Die Tanzkuratoren Silke Bake und Peter Stamer fragten in Kairo nach dem Zusammenleben auf Augenhöhe.

Fragten danach in der Berliner Tanzfabrik, bei «ImPulsTanz» in Wien und 2014 bei einem Berliner Symposion: Warum steht beim Versuch, gemeinsam und vergnüglich eine «Ratatouille zu kochen, immer eine auf und sagt, wie man sie richtig macht?» – «Richtig» heißt, so Christel Weiler: Wer hat die Macht? Mitbestimmung dagegen, auch im Tanz, setzt Selbstbestimmung voraus. Die funktioniert nicht, wenn Regeln den eigenen Willen außer Kraft setzen sollen: bei Anträgen aus der freien Szene wären es die Regeln der Jury, bei choreografischen Aufträgen die Regeln der Theater. Wer da noch von freien Strukturen redet, ist selber schuld. Trotzig verlangt in diesem Reader die Choreografin Alice Chauchat nach einem echten «Wir», weil kein Tanz alleine entsteht, «wir» zur Kollaboration sogar gezwungen sind. ...

Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo

Sie sind bereits Abonnent von tanz? Loggen Sie sich hier ein
  • Alle tanz-Artikel online lesen
  • Zugang zum ePaper
  • Lesegenuss auf allen Endgeräten
  • Zugang zum Onlinearchiv von tanz

Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen

Digital-Abo testen

tanz_02_2017

Tanz Februar 2017
Rubrik: Medien Februar 2017, Seite 60
von Arnd Wesemann

Vergriffen
Weitere Beiträge
Newcomer

In Tallinn, Estlands Hauptstadt, wurde Skype erfunden. In der alten Unterstadt bewundern Touristen die historischen Gilde-Säle dieser einst von Lübeck aus gegründeten Hansestadt. In einem der Häuser, dem Kanuti-Gildi-Saal, versammelten sich im Mittelalter die Goldschmiede, die Uhrmacher, die Kunstmaler – die Elite unter den Handwerkern. Seit 16 Jahren tanzen hier...

Biographie

Wer ein Buch mit dem Titel «Rudolf Nurejew. Die Biographie» versieht, erweckt den Anschein, Werden und Wirken des Startänzers mehr oder weniger umfassend geklärt zu haben. Sonst stünde da schließlich eine bescheidenere Formulierung, etwa «Eine Biografie». In Nurejews Fall liegen bereits etliche als «Die Biographie» annoncierte Lebenspanoramen vor, nun packt Jan...

Colmar

Schule, Beruf, Altersheim: Überall fügen wir uns brav in die Masse und gehorchen dem Herdentrieb. Vom lebenslangen Konformismus und den kleinen Fluchten daraus handelt dieses heitere, sehr menschliche Tanzstück, dessen Titel man mit «Cupido ist’s egal» übersetzen würde.

Ivan Cavallari, noch Direktor des Ballet du Rhin, hat einen Choreografen aus der Off-Szene...