modjgan hashemian
Wer ihren filigranen Fuß- und Handgebärden folgt, vermag die rebellische Natur hinter so viel Zartheit nur zu ahnen. Modjgan Hashemian, in Teheran geboren und in Berlin aufgewachsen, zieht ihre Energien aus beiden Welten. Über die eine hat der Staat ein Tanzverbot verhängt. Bei Übertretung drohen Gefängnis und Peitschenhiebe, verabreicht von einer Diktatur mit perverser Doppelmoral. Die andere lockt nicht mit Geld, bietet ihr aber die Freiheit, von diesem Zwiespalt zu erzählen. Tanz ist für Modjgan Hashemian (Über-)Lebenselixier und Schutzraum zugleich.
Auf der Bühne atmet sie auf, «da öffnet sich etwas». Auch anderen verhilft sie zu diesem Erlebnis, seien sie konspirativ aus Teheran per Video zugeschaltet oder leibhaftig präsent, weil sie von dort geflüchtet sind. Kein Wunder, dass sich die Deutsch-Iranerin zu einer «Tanzaktivistin» entwickelt, wie sie von sich selber sagt.
Bewegung ist für Modjgan Hashemian nicht nur ein physisches, sondern genauso ein soziales und politisches Phänomen: «Die verbale Sprache ermüdet mich, sie wird verdreht und manipuliert. Bewegung hingegen ist ehrlich, der Körper lügt nicht.» Seit ihrer Geburt kennt sie das Pendeln zwischen den Kulturen, oft hatte ...
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Tanz Oktober 2012
Rubrik: menschen, Seite 24
von Irene Sieben
Einmal mehr schleudert Virgilio Sieni eruptiv wie ein Vulkan eine neue Idee in die Welt: Ausgangspunkt für «De Anima» ist Aristoteles‘ gleichnamiges Werk, dessen erstes Buch die These enthält, dass die Seele das Prinzip, ja der Initialfunke aller Bewegung sei. Dank ihrer gänzlich ursprünglichen Körperlichkeit verflacht Sienis neue Kreation jedoch nie zu steriler...
im kino_________
leave it on the floor
«Sie hieß Eppie!» – «Nein, sein Name war Shawn!» – «Sie lebte als eine unter uns!» – «Nein, mein Sohn verließ uns, und ich ließ ihn laufen ...». Zwei Familien versuchen sich mit diesen Worten in der Kirche gegenseitig niederzusingen, Anlass ist die Trauerfeier für die Tote/den Toten in ihrer Mitte. Eppie hat als Frau gelebt...
«Kunst ist nicht dazu ausersehen, die Realität zu kommentieren. Sie schafft ihre eigene Realität, eine Gegenrealität. Kunst ist Kampf.» Um starke Thesen war Romeo Castellucci nie verlegen. Hier ist nicht einfach ein zorniger Italiener am Werk, sondern einer der Letzten, der die Kunst im Theater verteidigt. Mit allen Mitteln bekämpften zuletzt enragierte...
