modjgan hashemian

lebt im Asyl, weil Diktatoren keine Tänzer mögen.

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Wer ihren filigranen Fuß- und Handgebärden folgt, vermag die rebellische Natur hinter so viel Zartheit nur zu ahnen. Modjgan Hashemian, in Teheran geboren und in Berlin aufgewachsen, zieht ihre Energien aus beiden Welten. Über die eine hat der Staat ein Tanzverbot verhängt. Bei Übertretung drohen Gefängnis und Peitschenhiebe, verabreicht von einer Diktatur mit perverser Doppelmoral. Die andere lockt nicht mit Geld, bietet ihr aber die Freiheit, von diesem Zwiespalt zu erzählen. Tanz ist für Modjgan Hashemian (Über-)Lebenselixier und Schutzraum zugleich.

Auf der Bühne atmet sie auf, «da öffnet sich etwas». Auch anderen verhilft sie zu diesem Erlebnis, seien sie konspirativ aus Teheran per Video zugeschaltet oder leibhaftig präsent, weil sie von dort geflüchtet sind. Kein Wunder, dass sich die Deutsch-Iranerin zu einer «Tanzaktivistin» entwickelt, wie sie von sich selber sagt.

Bewegung ist für Modjgan Hashemian nicht nur ein physisches, sondern genauso ein soziales und politisches Phänomen: «Die verbale Sprache ermüdet mich, sie wird verdreht und manipuliert. Bewegung hingegen ist ehrlich, der Körper lügt nicht.» Seit ihrer Geburt kennt sie das Pendeln zwischen den Kulturen, oft hatte ...

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Tanz Oktober 2012
Rubrik: menschen, Seite 24
von Irene Sieben

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