Die Hoffnungsträger
Eine Naturbegabung als Wrestling-Kommentatorin, ein beachtliches Talent in Suspense und in Synchronschwimmen, ein Händchen für Songwriting und Clipdesigning: Kareth Schaffer hat ihren Hang zum Doppelbödigen und Bodenlosen bereits in Formaten bewiesen, die nicht unbedingt als tanznah gelten. Spätestens mit dem abendfüllenden «Unheard of» (2015) ist klar, dass auch äußerst sorgfältig choreografierte Stücke zum Angebot der in den USA geborenen, in den Niederlanden aufgewachsenen und in Berlin lebenden Performerin gehören.
«Unheard of» beschäftigt sich mit der Postproduktion von Filmen und spürt der szenischen Energie nach, die Rhythmus und Struktur von Sounds freisetzen.
In klar gesetzten Sequenzen bewegen sich ihre vier Performer durch die Story auf der Tonspur im Film, lassen Sound und Bild mal synchron, mal versetzt, mal gefiltert, mal überzeichnet ablaufen. Schaffers choreografischer Ansatz lässt sich – auch auf der Suche nach einer an Erik Saties Musique d’ameublement angelehnten «Hintergrundsbewegung» – als Post-Postmodern-Dance verstehen, ist genauso aber auch von spekulativem Materialismus, Feminismus, Konzepttanz und den Mechanismen der Unterhaltungsindustrie inspiriert. ...
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Tanz Jahrbuch 2016
Rubrik: Die Saison 2015/16, Seite 170
von Astrid Kaminski
Konsterniert debattiert man in Südkorea darüber, warum das Land so viele exzellente Tänzer hervorbringt, aber keine Nachwuchschoreografen von internationalem Format. Jaehoon Choi hat die Antwort und vielleicht sogar ein Mittel der Besserung: das Seoul Dance Center. «Viele junge Choreografen wollen Stücke kreieren, aber die Universitätsprofessoren kontrollieren die...
Keiner springt mit solchem Wagemut wie er. Da ist nicht mal der Bruchteil eines Zögerns. Also los! Die langen Beine zum Froschsprung angezogen. Runter vom Tisch. Der Frau in die Arme. So muss es sein, wenn man sich Hals über Kopf in eine Beziehung stürzt. Es könnte er oder sie, es könnten auch beide dabei draufgehen. Aber sie fängt ihn auf. Man ist so nah dran, bei...
Wie hält man sich, wenn das Geld immer zu knapp ist, aber damit eine große Tänzerschar unterhalten werden soll? Wie behält man ein offenes Herz, wenn man immer wieder mit unterschiedlichen Menschen in extremen Lebenslagen zusammenarbeitet? Wie schafft man es, im Kopf wach zu bleiben, theoretisch interessiert, ohne deswegen gleich ödes Diskurstheater zu machen? Wenn...
