Die Hoffnungsträger

Kareth Schaffer

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Eine Naturbegabung als Wrestling-Kommentatorin, ein beachtliches Talent in Suspense und in Synchronschwimmen, ein Händchen für Songwriting und Clipdesigning: Kareth Schaffer hat ihren Hang zum Doppelbödigen und Bodenlosen bereits in Formaten bewiesen, die nicht unbedingt als tanznah gelten. Spätestens mit dem abendfüllenden «Unheard of» (2015) ist klar, dass auch äußerst sorgfältig choreografierte Stücke zum Angebot der in den USA geborenen, in den Niederlanden aufgewachsenen und in Berlin lebenden Performerin gehören.

«Unheard of» beschäftigt sich mit der Postproduktion von Filmen und spürt der szenischen Energie nach, die Rhythmus und Struktur von Sounds freisetzen.

In klar gesetzten Sequenzen bewegen sich ihre vier Performer durch die Story auf der Tonspur im Film, lassen Sound und Bild mal synchron, mal versetzt, mal gefiltert, mal überzeichnet ablaufen. Schaffers choreografischer Ansatz lässt sich – auch auf der Suche nach einer an Erik Saties Musique d’ameublement angelehnten «Hintergrundsbewegung» – als Post-Postmodern-Dance verstehen, ist genauso aber auch von spekulativem Materialismus, Feminismus, Konzepttanz und den Mechanismen der Unterhaltungsindustrie inspiriert. ...

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Tanz Jahrbuch 2016
Rubrik: Die Saison 2015/16, Seite 170
von Astrid Kaminski

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