Michael Schindhelm
Im Herbst 1992 übernahm ich die Leitung des Theaters im thüringischen Gera. Dort gab es damals (und gibt es, glaube ich, heute noch) eine starke Ballettkompanie. Und die Geraer BallettTage, ein kleines Tanzfestival, das wir fortgesetzt haben und inzwischen meines Wissens schon bald dreißig Jahre existiert.
Dieses Festival ist ein Schaufenster für das (im Osten damals noch weniger bekannte) Tanzgeschehen Westeuropas. Zuerst lud ich Gruppen aus Holland ein, später aus Großbritannien und Frankreich.
Jedes Land hatte seinen spektakulären Auftritt, und die Geraer kamen, sahen, waren begeistert.
Tanz ist die Kunstsprache des Kosmopolitischen. Deshalb habe ich an Theatern gearbeitet, in denen diese Kunstsprache auf virtuose, je eigene Weise verstanden und gesprochen wird. In Basel arbeitete ich später mit Joachim Schlömer, jetzt mit Richard Wherlock.
Der Tanz ist nicht nur eine kosmopolitische Kunst. Oscar Wilde hat einmal gesagt: The visible is the invisible. Tanz ist eine Erzählung über den Körper. Deshalb ist er auch eine Erzählung jenseits des Körpers, hinter dem Körper. Weil er eine Kunst der Physis ist, ist er auch so etwas wie die Metaphysik der Kunst. Ich kann mich an die ...
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Freitag, 18. März. Eine Demonstration im kleinen spanischen Zaragoza trauert um den Tod des Ballet de Zaragoza. 70 000 Unterschriften waren bis dahin gesammelt. Im Februar strich der Bürgermeister die Kompanie nach 25 Jahren von der Förderliste. Die Leiterin, Patsy Kuppe-Matt, trauert um 35 verlorene Jobs. Wie reagiert Spanien? Fatalistisch. Wo sind die großen...
230 dance students (representing 36 nationalities) are enrolled at the Rotterdam High School of Music and Dance. Daily they transform the eighth and ninth floor of the building into a great big blending machine of personal ambitions, perspectives and physical skills. These students are a living proof of the endless possibilities contained in the arts and, more...
Am Ende sieht er in jedem Jungen seinen Mann. Noch singt Hedwig Fassbender, für ihren erkrankten Kollegen François Le Roux eingesprungen, ihr «Ewig, ewig», als Tim verzweifelt aufblickt. Er traut seinen Augen nicht. Eben hat er sich von John «verabschiedet», steht der schon wieder leibhaftig vor ihm: als Barkeeper, der ungerührt seine Gläser putzt.
Wer immer das...
