Gedoppelter Gruppenevent
Am Ende sieht er in jedem Jungen seinen Mann. Noch singt Hedwig Fassbender, für ihren erkrankten Kollegen François Le Roux eingesprungen, ihr «Ewig, ewig», als Tim verzweifelt aufblickt. Er traut seinen Augen nicht. Eben hat er sich von John «verabschiedet», steht der schon wieder leibhaftig vor ihm: als Barkeeper, der ungerührt seine Gläser putzt.
Wer immer das «Lied von der Erde» in der Modellversion Kenneth MacMillans in Erinnerung behalten hat, wird sich unwillkürlich fragen, ob das geht: Gustav Mahlers grandiose Gesangskomposition so auszudeuten – als Liebesgeschichte zweier Jungen bis zum Tod? Bertrand d’At, seines Zeichens Direktor des Ballet du Rhin im elsässischen Mulhouse, erbringt den Beweis: es funktioniert, sogar bestens. Inspiriert von der Novelle «Holding The Man», die Timothy Conigrave im Epilog als posthumen Brief an einen verstorbenen Freund diktiert, entwickelt er «Le Chant de la terre» in der Straßburger Oper als typische Aids-Tragödie unserer Tage. Stürmisch der Beginn, schier überschäumend vor lauter Bewegungslust das «Trinklied vom Jammer der Erde». Nicht weniger sportiv choreografiert der zweite Satz, den d’At nicht als «Einsamer im Herbst» interpretiert, ...
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99 bunte Luftballons? Nicht mit Marco Goecke! Hat sich der Vorhang zu «Sweet Sweet Sweet» gehoben, schlägt die Bühne erst mal Blasen. Wohin man blickt: abertausende von Ballons, bleiern schwer in ihrer Schwärze und doch so leicht, dass sich Evan McKie und Mikhail Soloviev später ohne Anstrengung einen Weg durch den angestauten Äther bahnen. Einen Augenblick lang...
Umgangssprachlich meint der brasilianische Ausdruck «Samba do crioulo doido» (Samba des verrückten Kreolen) Verwirrtheit. «Samba do crioulo doido» nennt sich nicht ganz zufällig auch die neue Arbeit des in São Paulo lebenden Tänzers und Choreografen Luiz de Abreu. Denn was er tanzt, stiftet Verwirrung. Er wirbelt und verwirbelt die Themen eines Landes voll sozialer...
Ohad Naharin recently returned to the helm of Batsheva Dance Company as artistic director, and “Three“ (Hebrew: Shalosh), composed of three separate sections, is his first work since then. As expected, Naharin once more produced the unexpected, a work that is decidedly different from previous larger-scale creations in terms of energy and its focus on a newly...
