Michael Kidd
Michael Kidd konnte toll tanzen, er war ja rechtzeitig von Verfahrenstechnik auf Ballett umgestiegen. Er tourte mit Lincoln Kirsteins Ballet Caravan, war «Billy the Kid» und, obwohl eher zierlich als bedrohlich, auch «Bluebeard»; 1942 ging er als Solist zum Ballet Theatre, dem späteren American Ballet Theatre, aber zum Glück für die Nachwelt dauerte seine klassische Karriere nicht sehr lange. Nur, bis er mit seinem ersten selbst choreografierten Ballett («On Stage!» 1945) Erfolg hatte.
Er schwenkte wieder um, diesmal in Richtung Broadway und Hollywood, wurde Musical- und Filmchoreograf. Ihm verdanken Cyd Charisse und Fred Astaire eine Romanze, leicht wie Seidenchiffon im Park und verrucht wie Flüsterkneipensex in «The Band Wagon» (1953). Marlon Brando geht mit seiner Hilfe in «Guys and Dolls» (1955) fast als Tänzer durch, und sogar Walter Matthau hat er 1969 für «Hello, Dolly!» in Schwung gebracht.
Das ist der Grund, warum ich so früh zum Tanz konvertiert bin: Michael Kidd konnte zaubern. Haben Sie «Seven Brides for Seven Brothers» (1954) gesehen? Da brachte er einer Bande ungeschlachter Holzfäller das Fliegen bei, und sie sahen dabei nicht weniger plausibel aus. Im Gegenteil. Kein ...
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