vladimir malakhov, warum tanzen tiere?
Vladimir Malakhov
Sie haben gestern Abend Jerome Robbins’ «Faun» getanzt. Was für ein Faun ist das für Sie? Der Faun von Robbins ist ein Mensch mit sexuellem Begehren. Der von Nijinsky, den ich später choreografieren will, ist sehr viel tierischer. Die Bewegungen von Robbins folgen eher menschlich dem Wunsch nach der Frau, die Bewegungen von Nijinsky mehr dem Instinkt oder dem Trieb eines Tiers. Ich finde das interessant. Der Mensch ist ruhiger, neigt zum Abstrakten, er versteckt das Begehren.
Weil das sexuelle Begehren oft selbst als tierisch bezeichnet wird? Natürlich, und wenn man das philosophisch betrachtet, enthält auch Robbins’ Faun etwas Animalisches. Denn die getanzten Posen kommen vom Tierischen, alles kommt vom Tierischen, weil wir davon abstammen.
Ballett erscheint als das Gegenteil des Tierischen, auch wenn es «Schwanensee» oder «Feuervogel» heißt. Ich weiß nicht, aufgrund welchen Konzepts die Tiere ins Ballett geraten sind. Warum sind das alles Vögel? Ich persönlich mag auch andere Tiere, alle Tiere, die ganze Fauna. Ich liebe den körperlichen Kontakt zu Tieren, sie machen mir keine Angst. Aber im Ballett hat man Angst vor dem Bösen. Tierisches Verhalten kann schlecht ...
Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo
Sie sind bereits Abonnent von tanz? Loggen Sie sich hier ein
- Alle tanz-Artikel online lesen
- Zugang zum ePaper
- Lesegenuss auf allen Endgeräten
- Zugang zum Onlinearchiv von tanz
Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen
Karene Lyngholm will celebrate the grand opening of Dansens Hus’ new permanent venue in Oslo on February 29. Dansens Hus has been programming national and international contemporary dance since 2004, but the acquisition of a permanent venue now is an important milestone. “Undoubtedly, it means a lot that we finally have a venue and an organisation for present-ing...
Seelsorge auf VA Wölfls Bühne: Es ist nicht gut für die Moral, schlechten Tanz oder schlechte Kunst zu sehen. Deshalb darf man jetzt anrufen bei Neuer Tanz und sich trösten lassen. Ein Schein-Angebot aus der Bühnenrealität. Ein Tänzer säuselt die Offerte ins Mikrofon, die doch selber Teil einer Performance ist und damit Spott und Hohn für all die Ratlosen und...
Das eigene Ego: Privatsache. Konsequent verweigert Anton Adassinsky jede Auskunft über sich. Auf der Website seiner Kompanie findet sich unter dem Stichwort «Leben in Daten» denn auch nicht seine Biografie, wie man erwarten sollte, sondern jede Menge Wissenswertes über Derevo. Adassinsky stammt aus dem sibirischen Krasjonarsk, ging in frühen Jahren in Leningrad in...
