Das Tier ist ein Freund
Das Tier ist ein Freund sagt man, wenn es ein Haustier ist. Es gibt auch Stall-Tiere, die als weniger lieb gelten, nur, weil sie irgendwann gegessen werden. Und es gibt wilde Tiere, doch die sterben aus. Darum stellt jeder neugeborene Eisbär, ob in Berlin oder in Nürnberg, nichts anderes dar als den «lieben Wilden». Der kleine Bär wird zum Pop-Star. Das ist ein neues Phänomen.
Die Fernsehbilder aus dem Nürnberger Tiergarten: Die Eisbärenmutter lässt das Frischgeborene immer wieder auf die Steinstufen fallen – nervös, so überfordert wie verzweifelte Menschenmütter, die ihre Kinder töten. Wir sind Tiere. Sind wir es? Noch nie waren die Tiere uns so unterworfen, sagte der Philosoph Jacques Derrida. Tiere werden industriell geschlachtet, chemisch dem Medikamententest unterzogen, gentechnisch manipuliert, und sie sind bei jedem Kleintierzüchterverein einem Rasse-Begriff ausgesetzt, der ungute Erinnerungen auslöst. Im Angesicht des Aussterbens der Arten muss von «Genoziden» gesprochen werden: einem Treblinka der Tiere.
Was soll da der Tanz? Die ältesten Tänze des Menschen sind Tiertänze, Imitationen von Tier-Bewegungen, neidvolle Versuche, sich so elegant zu bewegen wie ein Löwe. ...
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