metamorphosen
Wo genau verläuft die Grenze zwischen Mensch und Tier? In Mythen und Sagen, in den frühesten Zeugnissen von Ritual und Kunst, in der Geschichte des Wissens ist sie unscharf. Nur in der Bibel ist die Beziehung noch klar: Adam im Paradies, als Ebenbild Gottes, gibt den Tieren ihren Namen. In dieser Weise herrscht er über sie – doch schon Thomas von Aquins Kommentar zu dieser Bibelstelle macht deutlich, dass dieser Benennungsakt eher ein Schritt zur experimentellen Selbsterkenntnis des Menschen ist.
In der Namengebung spiegelt sich der erste Mensch, denn im Paradies bedurfte er der Tiere nicht um der Nahrung willen, sondern «um sich Erfahrungswissen über seine Natur anzueignen».
Die Hierarchie scheint seither zweifelsfrei: der Homo sapiens, als «animal significans», unterscheidet sich vom Tier durch sein Vermögen der Sprache, seinen aufrechten Gang, den Gebrauch der Hände und den Umgang mit Instrumenten und Medien – der Mensch also als «Prothesengott» (Sigmund Freud).
Verwandtschaft
Philosophie und Naturwissenschaft untersuchen die Grenze und die Verwandtschaft zwischen Mensch und Tier, um dem spezifischen Humanen auf die Spur zu kommen. Der Mensch sei das Tier, das weiß, dass es Tier ...
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