Mentor und Motor
Ein Sommertag in Charlottenburgs schönster Ecke, wo die Straßen allesamt nach Bäumen benannt sind. Im Hochparterre einer Jugendstilvilla empfängt Hanns Zischler, einer der berühmtesten Schauspieler der Republik: Wenders, Schlöndorff, Petersen, Godard … nur einige eminente Regisseure, mit denen er gedreht hat. Außerdem hat er wunderschöne Bücher geschrieben, über Kafka, T.S. Eliot, Hannah Arendt. Ein Intellektueller, für den das Wort die letzte Instanz ist.
Wie hat er die filmische Begegnung mit dem Tanz erlebt?
Hanns Zischler, Sie spielen einen Theaterchef, der das gemeinhin eher stiefmütterlich behandelte Ballett ganz groß herausbringt.
Eines gleich vorneweg: Ich bin kein Ballettfachmann!
Das erwartet auch niemand. Trotzdem ist dieser Walter Erich Schäfer spannend, weil er kein unbeschriebenes Blatt ist, sondern zu der Generation gehört, die schon im Dritten Reich eine gewisse Karriere gemacht hat und in der Bundesrepublik nahtlos daran anknüpft. Was hat Sie an der Figur interessiert?
Genau das wollte ich zeigen: Dass der Mann mit einer Vergangenheit antritt. Er spricht das ja einmal selbst an, als es um eine zeitkritische Choreografie Crankos geht. Interessant ist doch, dass ...
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Tanz Oktober 2024
Rubrik: Ballett im Kino, Seite 62
von Dorion Weickmann
Der ungarische Performer Viktor Szeri hat sich in «Fatigue», beim Festival «Tanz im August» (tanz 8-9/24) in den Berliner Sophiensælen gezeigt, seinen eigenen Burnout vorgenommen. Anstatt mit schnellen Bewegungen bis zur Erschöpfung zu tanzen, setzt er auf minimalistische Bewegungen in Zeitlupe und ein gekonntes Zusammenspiel aus Lichtdesign (Ferenc Payer), Ton...
Ein Lokal am Berliner Schlachtensee, morgens um zehn Uhr ist Sam Riley hier allein auf weiter Flur – und schon am Outfit erkennbar: Über der schwarzen Hose leuchtet dezent ein zart roséfarbenes Hemd. Nicht so knallig wie der Anzug, den er als John Cranko auf der Reise in den Tod trägt. Riley ist ein Glücksfall für die Rolle, verwandelt sich mit Haut und Haar in den...
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