Nick Hobbes
«Tanzsport?!»
«Ist ein Begriff, den vornehmlich Standardtänzer benutzen. Für Choreografen scheint der Vergleich von Sport und ihrer Kunst eher den Tatbestand einer Beleidigung zu erfüllen.» Sagt Nick Hobbs. Der Choreograf. Frei machen vom «Sportlichen» kann sich der Tanz eh nicht. Nur Menschen, die sich nicht gern bewegen, tanzen nicht. «Sport ist ein Teil des Lebens, aber Tanz versucht, Leben zu verkörpern, wenn auch nur für eine Sekunde, nur für einen Atemzug.»
Wir sind in Mainz. Der vielversprechende Nachwuchschoreograf kommt mit dem Fahrrad. Überpünktlich.
Im Tanz war er eher ein «Spätzünder», sagt er. Nick Hobbs, 1973 in London geboren. Mit elf Jahren spielt er Rugby in einer Schulmannschaft, als Teenager bei regionalen Wettbewerben, später gegen japanische oder argentinische Mannschaften. «Wenn ich nicht Tänzer geworden wäre», sagt er, «dann möglicherweise ein professioneller Rugbyspieler. Dieser Sport verlangt enorme physische und mentale Energie, nicht nur Kraft. Als Rugbyspieler musst du in jedem Moment in der Lage sein, richtig zu reagieren. Dafür braucht es eine starke mentale und emotionale Fokussierung. Es befriedigt einen zutiefst, wenn man gewinnt oder gut spielt. ...
Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo
Sie sind bereits Abonnent von tanz? Loggen Sie sich hier ein
- Alle tanz-Artikel online lesen
- Zugang zum ePaper
- Lesegenuss auf allen Endgeräten
- Zugang zum Onlinearchiv von tanz
Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen
«Matter», schreibst Du, ist ein Stück über weibliche Identität. Ohne Männer oder Interaktion? Woraus, wenn nicht aus der Abgrenzung, entsteht die Identität? Über den tanzenden Körper. Obwohl jede für sich tanzt, lassen wir die anderen übrigens nie allein auf der Bühne. Was an Bildern entsteht, entsteht also in der Addition, nicht der Abgrenzung. Ich sehe bei diesem...
Mel Ferrer hat es nicht verdient, aber er wird immer so vorgestellt: Audrey Hepburns erster Ehemann. Erinnern Sie sich an Fürst Andrej, mit dem sie 1956 als Natascha in «Krieg und Frieden» Walzer tanzt? Das schönste Paar auf dem Parkett. Es muss ein besonderer Mann sein, der an Hepburns Seite nicht verloren geht. Deswegen ist er Audrey aufgefallen. Als er drei...
Das Licht schält sie sanft, fast nachsichtig, aus dem Dunkel heraus. Zwei Figuren, sie vorn, er hinten, in zwei Welten. Dazu klackert, schabt und hallt es in der elektronischen Klangkulisse. Als blicke man in eine entfernte Zeit, einen fremden Ort; zerfallen und vergessen sind Alltag und Leben. Die Frau im knielangen goldbraunen Kleid reckt ihr Gesicht suchend,...
