Maya Plisetskaya zum 80.: zwei DVDs

Maya Plisetskaya zum Achtzigsten: zwei DVDs

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Dem 80. Geburtstag am 20. November der immer noch vitalen Bolschoi-Legende Maya Plisetskaya ist es zu danken, dass zwei ihrer berühmtesten filmisch festgehaltenen Rollen wieder zugänglich sind. In den Aufnahmen von 1969 und 1974 schlieren freilich die Farben, ist das Bild unscharf und häufen sich die Dropouts. Trotzdem springt einen die Carmen-Suite in der Choreografie Alberto Alonsos förmlich an.

Die Kurzfassung für Streicher und Schlagzeug, zu der Plisetskayas Ehemann Rodion Schtschedrin Bizets Partitur eindampfte, konzentriert sich auf die fatale Beziehung Carmen und Don José (Nicolai Fadeyechev). Der parierende Escamillo und ein weiblich personifiziertes Schicksal sind nur Staffage, der von Gennadi Roshdestvensky kräftig eingeheizt wird: Carmen à la Russe, vollsaftig und schneidend, sehnig und absolut tödlich.
Optisch interessanter aufgelöst ist der von Margarita Pilikhina in schrillem Seventies-Pop umgesetzte Ballettfilm zur Anna Karenina-Choreografie, die Maya Plisetskaya sich selbst auf den knochigen Leib schneiderte. Die Kohleaugen glühen, das scharfe Profil blickt unerbittlich. Tänzerisch reihen sich hier die Klischees, vom mondänen Ballettsaal über sich verschlingende Pas ...

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Tanz November 2005
Rubrik: Magazin, Seite 12
von Manuel Brug

Vergriffen
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