Martin Schläpfer, Karole Armitage, Paul Taylor «THE MOON WEARS A WHITE SHIRT»
Das Wiener Staatsballett ist ein Doppelorganismus: In der Staatsoper residiert der eine, größere Teil der Truppe, der andere bespielt die Volksoper, mit weit über 1200 Sitzplätzen das zweitgrößte Musiktheater der Donaumetropole. Rund zwei Dutzend Tänzer*innen bestreiten hier nicht nur das unterhaltsame Fach, für das etwa Pierre Lacottes «Coppélia» steht.
Ballettchef Martin Schläpfer hat vielmehr seine «Senior Artist» Yuko Kato vom Opernring an die Währinger Straße entsandt, um mit der Teil-Kompanie seine Interpretation von Alfred Schnittkes Drittem Klavierkonzert einzustudieren.
Die vor fast einem Vierteljahrhundert in Mainz entstandene Kreation ist der Auftakt des dreiteiligen Programms «The moon wears a white shirt» und auch dessen zugkräftigster Beitrag. In großartigen Pas de deux und ein paar Gruppenszenen verhandelt Schläpfer hier das Schicksal einer Frau, die bei aller Sehnsucht niemals zur Liebe findet. Sobald sich eine Liaison gut anlässt, schleicht sich ein Hindernis ein – falscher Blick, falsche Bewegung, falscher Tonus. Mila Schmidt gibt diese zur Einsamkeit Verdammte, die freilich auch sich selbst hilflos gegenübersteht: Warum beugt sie sich den Einschüchterungen eines ...
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Tanz Juni 2024
Rubrik: Kalender, Seite 41
von Dorion Weickmann
ALEX KATZ
In der Regel wird der Maler Alex Katz unter Pop Art und modernem Realismus eingeordnet. Tatsächlich gibt es in den Bildern des heute 96-Jährigen aber auch eine Verbindung zu den Darstellenden Künsten – in den 1960ern etwa entwarf er Bühnenbilder und Kostüme für die Paul Taylor Dance Company, eine gewisse Bühnennähe findet sich bis heute in seinen...
Blaubeuren ist eine Kleinstadt am Fuß der Schwäbischen Alb. Es gibt eine pitoreske Altstadt, es gibt Industrie mit Schwerpunkt auf Pharmazeutika, es gibt ein ehemaliges Kloster und den beeindruckenden Quelltopf des Flüssleins Blau. Und es gibt ein atemberaubendes Panorama von Karstfelsen, die das Städtchen einrahmen und in denen sich karsttypisch größere und...
Giselle ist tot. Und zwar gleich vom ersten Bild an: keine romantische Träumerei, kein Getändel, keine unstandesgemäße Liebe, kein Verführer Albrecht und keine dörfliche Szenerie. Die Heldin ist tot, und Mario Schröder fragt in seiner letzten Arbeit nach 15 Jahren als Leipziger Ballettdirektor, wo sie sich jetzt eigentlich befindet: «Wo ist Giselle?» wird als...
