Martin Schläpfer
Diesem Anfang wohnt wahrlich ein Zauber inne: Wenn Martin Schläpfer zur neuen Spielzeit die Ballettdirektion der Deutschen Oper am Rhein übernimmt, verbinden sich mit seiner Person Hoffnung auf ästhetische Neuerung und internationale Wieder-Beachtung. Sicher, sein Vorgänger Youri Vàmos hat in den vergangenen 13 Jahren das Haus gefüllt und sein Pub-likum erfreut. Bundesweite Beachtung aber, geschweige denn internationale, hat Düsseldorf-Duisburg schon lange nicht mehr. Martin Schläpfer muss man hier nicht vorstellen.
Aber seine choreografische Intuition, seine musikalische Fantasie und sein sensibles Kunstverständnis möchte man nochmals loben. Der Schweizer bringt mit dem nahezu kompletten ballettmainz auch eine gewaltige Portion Ehrgeiz mit. «Ich möchte hier international eine der besten Kompanien wissen», steckt er sein künstlerisches Ziel für das neu formierte Ballett am Rhein Düsseldorf Duisburg ab. Schon der neue Name soll ausdrücken, dass der Tanz kein Anhängsel der Oper mehr ist. Mit einer eigenen Uraufführung und gleich fünf Premieren will Schläpfer durchstarten. Aus Düsseldorf-Duisburg wird man bald wieder hören.
Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo
Sie sind bereits Abonnent von tanz? Loggen Sie sich hier ein
- Alle tanz-Artikel online lesen
- Zugang zum ePaper
- Lesegenuss auf allen Endgeräten
- Zugang zum Onlinearchiv von tanz
Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen
In der Universität der Toten reißt das Ballett der toten Frauen in Heiner Müllers «Hamletmaschine» dem Hamlet die Kleider vom Leib, und Ophelia tanzt einen Striptease. Hamlet tanzt mit Horatio. Der Hamletdarsteller legt Maske und Kostüm ab: «Ich bin nicht Hamlet.», (1977, Uraufführung 1979). Und kehrt 1998 wieder bei Jérôme Bel: «I am not Hamlet.» Der...
Wo ist die echte «Giselle»? 1841 wurde das Ballett in Paris uraufgeführt und erfuhr seine erste Veränderung schon ein Jahr später in St. Petersburg. Dort wurde es mehrfach «rekonstruiert», und es geschah, was den Leiter des Deutschen Tanzarchivs Köln, Frank-Manuel Peter, nicht wundert, dass die Choreografie der «Giselle» dem Geschmack der Zeit angepasst wurde....
Dass namhafte Ballettkompanien auf internationale Tourneen gehen, ist heute vorrangig ökonomisch motiviert. Freizügigkeit, die notwendige Voraussetzung, wenn wie jüngst das englische Royal Ballet nach Kuba reisen kann, erscheint als eine Selbstverständlichkeit. Unterwegs verströmen die reisenden Künstler zwar die warme Botschaft der Völkerverständigung beim...
