Martin Chaix «Die Mondprinzessin»
Der international tätige Choreograf Martin Chaix hat selbst einst am Leipziger Ballett getanzt (tanz 4/24), ebenso wie der seit Spielzeitbeginn amtierende Ballettdirektor Rémy Fichet (tanz 5/25). Fichet blieb, Chaix ging – aber jetzt ist er zurück und hat eine der ältesten Erzählungen Japans über die Zeit der Kirschblüte auf die Bühne des Opernhauses geholt – Vollmond inklusive. Der Erdtrabant begleitet die Uraufführung der «Mondprinzessin», überdimensional groß und inmitten des Bühnenhorizonts.
Kaguya-Hime, zunächst winzig klein und strahlend-leuchtend, wird von einem Bambusschneider gefunden. Sie ist ein Geschenk des Mondes an die Erde. Und entwickelt sich prächtig. Ihre Schönheit spricht sich herum, das heiratsfähige Alter ist schnell erreicht, und fünf Edelmänner werben intensiv um sie. Ohne Erfolg. Selbst der Kaiser (Carl van Godtsenhoven, zum Saisonende das Ensemble Richtung Hannover verlassend, was man als Zuschauer durchaus bedauern mag) macht ihr seine Aufwartung – und wird ebenfalls abgewiesen.
Was bis hierhin elegant, mitreißend und tempogeladen war, verlangsamt sich im zweiten Teil merklich, kommt poetischer daher und fast wie in Zeitlupe. Kaguya-Himes Zeit (als ...
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Tanz 2025
Rubrik: Kalender, Seite 42
von Torsten Kutschke
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