Existenzfragen
Gleich zwei Uraufführungen international renommierter Choreografen hat das Pfalztheater Kaiserslautern im Frühjahr vorgestellt: «The Pulse of the Stone» von Helge Letonja, titelgebender Teil eines Doppelabends, und Daniel Proiettos «The Greatest Conspiracy». In Letonjas «The Pulse of the Stone» zeigt die Bühne, die der Österreicher auch selbst verantwortet, in mystisch-fahlem Licht einen großen, hellgrau glitzernden Monolithen, um den sich eine Gruppe von Menschen drängt; monoton und leise prasseln dazu Regentropfen nieder.
Für die Choreografie hat der Komponist Volker Klein aus Bremen eine Musik geschaffen, die er von Steinen abgenommen hat: Jemand schlägt auf einen Stein, oder zwei Steine reiben gegeneinander. Diese Klänge werden mit einem Mikrofon aufgenommen, jeder Stein hat einen Ton. Unterschiedliche Tonalitäten kommen so zustande, die Klänge werden elektronisch verfremdet und wie ein Instrument in die Komposition eingewebt. Es entsteht eine Kombination aus linearen Verbindungen und horizontaler Schichtung.
Seele des Steins
Im Rhythmus dieser Klänge entfaltet sich eine Zeremonie, ein Ritual, das spontan an Igor Strawinskys «Sacre du printemps» denken lässt. Körper reagieren ...
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Tanz 2025
Rubrik: Produktionen, Seite 12
von Konstanze Führlbeck
Einen deutlich anderen Kurs als der Vorgänger am Wiener Staatsballett wird dessen neue Leiterin Alessandra Ferri einschlagen, deren erste Saison kommenden September beginnt. Vor allem wird die Nachfolgerin von Martin Schläpfer, der 2020 Manuel Legris ablöste, keine eigenen Werke auf die Bühne bringen. Im Gegensatz dazu wurde die auf zwei Häuser – Staatsoper und...
Schon erstaunlich. Das Publikum im Wiener Opernhaus erhebt sich und applaudiert, minutenlang. Die Tänzer*innen wirken gelöst, ebenso der Choreograf. Vermutlich hat niemand damit gerechnet, dass der Schlussakkord zu einer veritablen Umarmung wird. Zu einem Tribut an Martin Schläpfer, der 2020 die Leitung des Wiener Staatsballetts übernahm – mitten in der Pandemie....
Ulm
ANNETT GÖHRE «LE SACRE DU PRINTEMPS»
Am Ende wird Alba Pérez González – vom Zufallsgenerator oder einer KI? – per projizierter Namensnennung in den Opfertod geschickt. Jede und jeden des bemerkenswerten Ulmer Ensembles hätte es treffen können. Man reißt der Tänzerin das Gewand vom Körper und beschmiert diesen mit blauer Farbe. Die Bühnenrückwand fährt vor....
