Weltbürger
Als kleiner Junge war Robert North Patriot – er mochte Baseball, amerikanische Flaggen und Hotdogs. Das änderte sich bald. Sein Vater, ein Bildhauer, bereiste mit seiner Familie nach dem Zweiten Weltkrieg die Welt, um die Kunstwerke in Frankreich, Spanien, Mexiko, Kuba und anderswo zu studieren. Eine Zeit, die das Leben und Werk des später international renommierten Tänzers in New York und London und künftigen Choreografen prägen sollte. Robert North wurde zum Kosmopoliten. Seit 2007 leitet er als Ballettdirektor und Chefchoreograf die Vereinigten Bühnen Krefeld/Mönchengladbach.
Zum Saisonende verabschiedet er sich aus der Leitungsfunktion, zeitgleich mit seinem 80. Geburtstag. Gefeiert wird im Theater, das seine Familie geworden ist, mit der Premiere seiner «Carmen». Als Choreograf bleibt er dem Publikum erhalten: North hat einen Dreijahresvertrag als Choreographer in Residence unterzeichnet.
Mit seiner schicken Schirmmütze sieht er aus wie ein Darsteller aus dem US-Musical «West Side Story». Wie es sich heute für ihn anfühlt, Amerikaner zu sein? «Es ist beschämend, Amerikaner zu sein,» meint er nüchtern. Wir sitzen mit seiner Frau Sheri Cook, stellvertretende Direktorin und ...
Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo
Sie sind bereits Abonnent von tanz? Loggen Sie sich hier ein
- Alle tanz-Artikel online lesen
- Zugang zum ePaper
- Lesegenuss auf allen Endgeräten
- Zugang zum Onlinearchiv von tanz
Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen
Tanz 2025
Rubrik: Menschen, Seite 32
von Bettina Trouwborst
Der Horizont über dem Meer von Nagasaki – schon als Kind faszinierte Minako Seki dieser Strich, der sich nicht bewegt. Er grenzt die Bewegungen von Himmel und Wolken, Wasser und Wellen voneinander ab und verbindet sie gleichzeitig. «Alles ringsum bewegt sich, doch dieser Strich bleibt still. Was ist dieser Strich und was liegt dahinter?» Minako Sekis Antworten...
MANUEL LIÑÁN
Mutter und Sohn spazieren durch Grenada: «Ich weiß noch, wie Du Dir das Tuch umgelegt hast als wären es lange Haare.» Der Vater kommt? Schnell weg damit! «Ich habe von klein auf gelernt, dass Männer und Frauen sich unterschiedlich bewegen», sagt Manuel Liñán, einer der berühmtesten Tänzer Spaniens und eine Ikone (nicht nur) der queeren Szene. Denn er...
Im Zwielicht der Dämmerung verschwinden die Konturen, doch was hell ist, wirkt heller noch. So auch am neusten Abend des Bern Balletts, der «Zwielichter» flackern lässt, drei genau. Getanzt wird im Nebel, im Gegen- und Schummerlicht, zu viel Bass und einförmigem Beat, zu unheilvoll dräuenden Geigen und Sehnsuchtsklängen. Das ist das Problem. An diesem Abend mit...
