Weltbürger
Als kleiner Junge war Robert North Patriot – er mochte Baseball, amerikanische Flaggen und Hotdogs. Das änderte sich bald. Sein Vater, ein Bildhauer, bereiste mit seiner Familie nach dem Zweiten Weltkrieg die Welt, um die Kunstwerke in Frankreich, Spanien, Mexiko, Kuba und anderswo zu studieren. Eine Zeit, die das Leben und Werk des später international renommierten Tänzers in New York und London und künftigen Choreografen prägen sollte. Robert North wurde zum Kosmopoliten. Seit 2007 leitet er als Ballettdirektor und Chefchoreograf die Vereinigten Bühnen Krefeld/Mönchengladbach.
Zum Saisonende verabschiedet er sich aus der Leitungsfunktion, zeitgleich mit seinem 80. Geburtstag. Gefeiert wird im Theater, das seine Familie geworden ist, mit der Premiere seiner «Carmen». Als Choreograf bleibt er dem Publikum erhalten: North hat einen Dreijahresvertrag als Choreographer in Residence unterzeichnet.
Mit seiner schicken Schirmmütze sieht er aus wie ein Darsteller aus dem US-Musical «West Side Story». Wie es sich heute für ihn anfühlt, Amerikaner zu sein? «Es ist beschämend, Amerikaner zu sein,» meint er nüchtern. Wir sitzen mit seiner Frau Sheri Cook, stellvertretende Direktorin und ...
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Tanz 2025
Rubrik: Menschen, Seite 32
von Bettina Trouwborst
Einen deutlich anderen Kurs als der Vorgänger am Wiener Staatsballett wird dessen neue Leiterin Alessandra Ferri einschlagen, deren erste Saison kommenden September beginnt. Vor allem wird die Nachfolgerin von Martin Schläpfer, der 2020 Manuel Legris ablöste, keine eigenen Werke auf die Bühne bringen. Im Gegensatz dazu wurde die auf zwei Häuser – Staatsoper und...
Der international tätige Choreograf Martin Chaix hat selbst einst am Leipziger Ballett getanzt (tanz 4/24), ebenso wie der seit Spielzeitbeginn amtierende Ballettdirektor Rémy Fichet (tanz 5/25). Fichet blieb, Chaix ging – aber jetzt ist er zurück und hat eine der ältesten Erzählungen Japans über die Zeit der Kirschblüte auf die Bühne des Opernhauses geholt –...
Die Szene auf dem Gemälde «Arabesque» ist so ungewöhnlich, dass man unwillkürlich stehenbleibt. Sechs Schwarze Ballerinen stehen da in symmetrischer Formation, Grundhaltung «Arabesque», als würden sie gerade im Studio für ihren Auftritt proben. Aber nein – sie stehen inmitten einer Wohnsiedlung, in einer Grünanlage, am Rande des Bürgersteigs. US-Künstler Noah Davis...
