Marguerite Donlon: «Wings»
Dies war ihre letzte Premiere in Saarbrücken; die Donlon Dance Company gibt es nicht mehr, die Leitung des Balletts haben die Assistenten übernommen. Vor dem Theaterzelt direkt neben einer akuten Staatstheaterbaustelle toste stoisch der Lärm der Stadtautobahn. Dieses Monstrum ist das Wahrzeichen Saarbrückens: eine betonharte Ortsumgehung schneidet sich mitten durch die Stadt und führt ungedämmt den Kraftverkehr an der Uferkante der Saar entlang. Aber nun hat sich der Stadtklangkünstler Sam Auinger der niemals stillen Lärmquelle angenommen.
Er steckt Mikrofone in sogenannte Resonanzröhren hinter das Theaterzelt und macht auf der Bühne hörbar, warum die Hoffnung als Letztes stirbt. Weil seine Röhren auf die göttlichen Obertöne D, E und A gestimmt sind, filtern sie bestimmte Geräusche und zwingen andere in eine sympathetische Harmonie zueinander. Auf einmal klingt der Lärm an der Saar so beruhigend wie Meeresbrandung.
Das kann die Kunst. Selten hat sie dabei heilende Wirkung, eher eine beruhigende, sogar sedierende. Das erkannte schon der Komponist Gavin Bryars, als er 1971 in London die Aufnahme eines singenden Obdachlosen, «Jesus‘ Blood Never Failed Me Yet», als Schleife auf ein ...
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Tanz November 2013
Rubrik: kalender und kritik, Seite 38
von Arnd Wesemann
im dezember: verstehen_________
Das Zeichen kennt nicht jeder. In der Sprache der Gehörlosen stehen die beiden über dem Handteller kreisenden Finger für das Wort «Tanzen». Dass die Gebärdensprache auch Choreografen fasziniert, mag sein. Aber was, wenn Gehörlose selber tanzen wollen? Und was, wenn Blinde selbst ein Ballett sehen möchten? Wie ist der Umgang mit...
berlin, dresden, hamburg_________
nordwind-festival
Es ist doch so: Wickie, Pippi Langstrumpf und Pettersson & Findus gehören zum Inventar jeder Kindheit, aber ausgewachsene Mitteleuropäer bekennen sich zu Skandinavien und Smørrebrød meist nur als Sommerfrischler, die nach erträglichen Hitzegraden dürsten. Ein Fehler, denn das weite Feld der Theaterkunst beackern...
Weltmarktführer können sich schlappe Performances offenbar problemlos leisten. Nike zumindest trägt die Nase sehr hoch, seit sich sein Marken-Imperium bis weiter hinter den Ural erstreckt. Schuhe, Trainings-Outfits und Accessoires mit dem Haken-Logo verkaufen sich wie verrückt – wozu noch so was Altbackenes wie Servicefreundlichkeit kultivieren? Wer in Berlin...
