Marguerite Donlon: «Romeo und Julia» in Saarbrücken
Schon ihre «Giselle: Reloaded» für das Ballett des Saarländischen Staatstheaters hat hohes Lob bekommen und der Choreografin sogar eine Nominierung für den renommierten Prix Benois de la Danse eingebracht. Donlons neuste Klassiker-Produktion knöpft qualitativ nahtlos an ihren Vorgänger an.
Die Choreografin hat Prokofjews «Romeo und Julia» intelligent verschlankt und lässt ihn, in nur zwei Stunden einschließlich einer Pause, auf flachen Sohlen tanzen: als leidenschaftliches Plädoyer für das Recht der Jugend, sich ohne Rücksicht auf familiäre und andere Konventionen, ohne Rücksicht auch auf Verluste und Blessuren, in die unbedingte Liebe hineinzustürzen.
Auf Veronas Marktplatz, den Cécile Bouchier mit vielen altmodischen Lampenschirmen zur Erweiterung eines bürgerlichen Wohnzimmers stilisiert, herrscht von Beginn an ein Klima tändelnder Partnersuche, bei dem Romeo (Takayuki Shiraishi) bei Rosalinde (Liliana Barros) eine Abfuhr nach der anderen erlebt.
Auch die weiblichen Teenager, die Julia – die Koreanerin Youn Hui Jeon ist meine Kandidatin für die Tänzerin des Jahres bei der ballet-tanz-Umfrage – in ihrem Schlafzimmer aufsuchen, sind auf der Suche nach ihrer Sexualität; kichernd ...
Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo
Sie sind bereits Abonnent von tanz? Loggen Sie sich hier ein
- Alle tanz-Artikel online lesen
- Zugang zum ePaper
- Lesegenuss auf allen Endgeräten
- Zugang zum Onlinearchiv von tanz
Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen
Der Kubaner mit der schönsten, fülligsten, längsten Haarpracht der deutschen Tanzszene verbündet sich mit Schneewittchen. Ein Märchen. Schneewittchen ist Deutschmusik mit bemerkenswerter Grunge-Poesie, bestehend aus der stimmgewaltigen Nina-Hagen-Nachfahrin Marianne Iser und des Großtalents am Synthesizer, Thomas Duda. Die beiden treffen auf 18 Tänzer im Opernhaus...
Are my eyes open or closed? For a moment I forget my rôle as a dance critic and swim freely in the waters of reverie, my mind set adrift by beauty, entranced by a play of light. Before me an ensemble of what seem to be fireflies are engaged in a delicate choreography, extinguishing and igniting their luminescence to expose fragments of their bodies in delicate...
Olga Pona ist die Chefin des Chelyabinsk Theatre of Contemporary Dance. Tiefes Russland. Es muss ihr wohl noch immer wie ein Traum erscheinen, wenn ihr heute das Théâtre de la Ville in Paris, Tanzhaus NRW Düsseldorf und Kampnagel Hamburg die neuen Arbeiten finanzieren. Wie jetzt "The Other Side of the River". Darin blickt sie zurück auf ihre Jugend in der...
