Marguerite Donlon: «Romeo und Julia» in Saarbrücken
Schon ihre «Giselle: Reloaded» für das Ballett des Saarländischen Staatstheaters hat hohes Lob bekommen und der Choreografin sogar eine Nominierung für den renommierten Prix Benois de la Danse eingebracht. Donlons neuste Klassiker-Produktion knöpft qualitativ nahtlos an ihren Vorgänger an.
Die Choreografin hat Prokofjews «Romeo und Julia» intelligent verschlankt und lässt ihn, in nur zwei Stunden einschließlich einer Pause, auf flachen Sohlen tanzen: als leidenschaftliches Plädoyer für das Recht der Jugend, sich ohne Rücksicht auf familiäre und andere Konventionen, ohne Rücksicht auch auf Verluste und Blessuren, in die unbedingte Liebe hineinzustürzen.
Auf Veronas Marktplatz, den Cécile Bouchier mit vielen altmodischen Lampenschirmen zur Erweiterung eines bürgerlichen Wohnzimmers stilisiert, herrscht von Beginn an ein Klima tändelnder Partnersuche, bei dem Romeo (Takayuki Shiraishi) bei Rosalinde (Liliana Barros) eine Abfuhr nach der anderen erlebt.
Auch die weiblichen Teenager, die Julia – die Koreanerin Youn Hui Jeon ist meine Kandidatin für die Tänzerin des Jahres bei der ballet-tanz-Umfrage – in ihrem Schlafzimmer aufsuchen, sind auf der Suche nach ihrer Sexualität; kichernd ...
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