William Forsythe: "Fivehold" in Dresden/Hellerau
Schwarz ist der Raum, den William Forsythe bis in die lichte Höhe des Festspielhauses hochgezogen hat. Weiß der Boden, der die Tänzer des Ensembles wie Elementarteilchen eines turbulenten Tableaux erscheinen lässt. «Fivefold» nennt der Künstlerische Direktor der Forsythe Company seine Uraufführung, mit der er endlich in seinem zweiten Domizil, in der «Gartenstadt» Hellerau angekommen ist: kein simples Stück Tanz, sondern ein höchst komplexes Ganzes, das der gefalteten Zeit immer wieder andere Bewegungsknicke abgewinnt.
Marthe Krummenacher eröffnet und beschließt die Uraufführung, die keine halbe Stunde dauert. Und sie ist es denn auch, auf die alle achten: Impulsgeberin einer Choreografie, deren Konstellationen sich ständig verändern. Denn was auf den ersten Blick wie eine grandiose Improvisation wirkt, ist in Wahrheit ein kalkuliertes, überaus kompliziertes Konstrukt. Immer wieder angestoßen, immer wieder herausgefordert von veränderten Strukturen, wechselt das sensible Chaos fortwährend seine Gestalt. Und mal vereinzelt in Solo-Auftritten, mal verfestigt in fünffachen Dreier-Formationen, fügt sich eine Szene zur anderen: ein kraftvolles Kontinuum, das von allen Beteiligten ...
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