MARGUERITE DONLON «EASTWEST»
Was Osten ist, was Westen? Auf der Bühne wird gerätselt, turbulent und komödiantisch, in babylonischem Sprachgewirr. Ist der Osten, ganz weit im Osten, nicht eigentlich schon Westen? Ist Westen das Gegenteil von Osten, wie Herz und Hirn? Und was ist mit Clint Eastwood, in all diesen Western?
Kommunikationschaos prägt vor allem den Start des Abends. Wir erleben eine supertrashige Talkshow, in der ein bizarr überdrehter Moderator pseudotiefsinnige Fragen an stereotyp folkloristische Multikulti-Gäste raushaut, deren Antworten keiner versteht.
Momente, in denen nichts darauf hindeutet, dass es hier um Tanz geht. Doch dann kommt der Cut. Weibliche Derwische drehen sich, ein emanzipatorischer Klischeebruch. Schrift kalligrafiert sich auf Gaze, vielsprachig: Westen, lesen wir, ist Osten. Von Liebe lesen wir, von Mitleid. Dann ein zweiter Cut: Geschützdonner setzt ein, Maschinenkanonen hämmern, eine zerbombte Hausfassade brennt, ihre Fenster und Türen haben orientalische Formen.
Im Laufe des Abends wird dieses Haus zu vielem, wandelt Mal um Mal sein Gesicht. Und am Ende, in einer träumerischen, lebensfrohen Utopie, ist die Zerstörung des Anfangs getilgt: Ein Fest wird gefeiert, aller mit ...
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Tanz Mai 2022
Rubrik: Kalender, Seite 45
von Harff-Peter Schönherr
Sammelband
EUTONIE
Als die Rhythmikerin Gerda Alexander (1908 – 1994) entdeckte, wie der Muskeltonus auf Körper und Psyche wirkt, existierten kaum Forschungen zu Faszien, Spiegelneuronen oder der Plastizität des Gehirns. Dennoch sind diese Elemente in Alexanders Körperarbeit verankert und wurden seither fortentwickelt. Hier kommt man einer der feinsten Methoden des...
Rekonstruktionen
Neukreationen, gut und schön. Aber auch das tänzerische Erbe will gepflegt sein – mit Ergebnissen von unterschiedlicher Güte. Ein Streifzug durch «Glanz und Elend der Rekonstruktion»
Tanzkongress
«Sharing Potentials», darum geht es ja gerade allüberall. Folgerichtig auch vom 16. bis zum 19. Juni, wenn das Staatstheater Mainz die Tanzrepublik bei...
Ein Triple Bill ist nicht zuletzt die Gelegenheit, unterschiedliche choreografische Sprachen an einem Abend kennenzulernen. Der Oldenburger Ballettdirektor Antoine Jully (tanz 2/21) führt diesen Gedanken noch weiter: Nicht nur drei verschiedene Choreografen beliefern «Verklärte Nacht», der Abend ist mit Neoklassik, Ballett und (Post-)Moderne auch ein angedeuteter...
