Marcos Morau, Nadav Zelner «Lucid Variations»
Auch bei «Folkå» bleibt Marcos Morau am Boden. Erdgebunden wirkt das Stück, das der spanische Erfolgschoreograf vor vier Jahren mit den Tänzern und Tänzerinnen von NDT 2 entwickelt hat: ein fiktives Ritual, das ebenso gut in den nordischen Ländern wie auf dem Balkan verortet werden könnte. Bulgarisch klingen jedenfalls die Frauenstimmen, gelegentlich unterbrochen von dumpfen Schlägen, Kuhglockengeläut und Körpergeräuschen.
Vielschichtig gibt sich das Sounddesign von Juan Cristóbal Saavedra – und vielschichtig wirkt denn auch das Werk, das einen manchmal an ein verstörendes, ja, bigottes Ritual denken lässt, an eine absurde Form von Exorzismus, dann aber immer wieder in Kreis- und Keilformen einen Sog entwickelt, als könnte man so nach den Sternen greifen, die am Ende die nachtschwarze Bühne erhellen. Mit der kunstvoll ausgeklügelten Kunstwelt eines Morau kann Nadav Zelners «An untold story» nicht konkurrieren – noch nicht, um genau zu sein. Denn die zweite NDT-Choreografie des israelischen Künstlers zerfällt zwar in verrückte, bisweilen fast revuehafte Einzelszenen, die in ihrem Erscheinungsbild etwas gewöhnungsbedürftig sind. In der Zusammenschau aber deutet sich hier ein bizarres ...
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Tanz Februar 2025
Rubrik: Kalender, Seite 39
von Hartmut Regitz
Leipzig
SCHOLZ-SYMPHONIEN
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