Marco Goecke, Douglas Lee: «Choreografie aus Stuttgart»
Abgründe tun sich auf beim Stuttgarter Ballett, gleich zweimal am Abend: Douglas Lee, de facto dritter Haus-Choreograf des Ensembles, macht aus dem Unterbau des Schauspielhauses eine Fallgrube für seinen «Leviathan». Marco Goecke lässt seine «Alben» so lange über die kaum erhellte Bühne geistern, bis ein paar ungeduldige Zuschauer nur noch schwarz sehen. Was ist daran so schlimm? Uwe Scholz treibt es in «Notations I – IV» anschließend fast allzu bunt.
Bridget Breiner (wie Demis Volpi mit «swish» kurzfristig in das Programm «Choreografie aus Stuttgart» aufgenommen) bringt in «Sirs» ihren Humor auf Trab. Da kann Gewagteres gewiss nicht schaden.
«Leviathan» ist talmudischer Tradition zufolge ein Ungeheuer, das auf dem Grund des Meeres seiner Beute auflauert. Es ist begreiflicherweise im Ballett zum «Sextett» von Steve Reich nicht zu sichten, aber seine bedrohliche Existenz bleibt spürbar. Immer wieder taucht ein Tänzer aus der Tiefe auf, während Katja Wünsche wunderbar auf einem Podest die Belastbarkeit ihrer körperlichen Möglichkeiten austestet. Schwer zu sagen, was der Choreograf damit bezweckt. Der Erste Solist des Stuttgarter Balletts will auch keine Geschichte erzählen, schon ...
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Opiyo Okach, in Ihrem Stück «Abila» von 2002 benutzen Sie Versatzstücke aus traditionellen Ritualen wie das Einreiben des Körpers mit roter Erde und schaffen in Verbindung mit Videos choreografische Bilder, deren Eleganz und zeremonielle Schönheit auf einer Stufe mit Sankai Juku stehen.
Allerdings habe ich dafür, dass ich mit sakralen Elementen arbeitete, in Kenia...
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