Marco Goecke, Douglas Lee: «Choreografie aus Stuttgart»
Abgründe tun sich auf beim Stuttgarter Ballett, gleich zweimal am Abend: Douglas Lee, de facto dritter Haus-Choreograf des Ensembles, macht aus dem Unterbau des Schauspielhauses eine Fallgrube für seinen «Leviathan». Marco Goecke lässt seine «Alben» so lange über die kaum erhellte Bühne geistern, bis ein paar ungeduldige Zuschauer nur noch schwarz sehen. Was ist daran so schlimm? Uwe Scholz treibt es in «Notations I – IV» anschließend fast allzu bunt.
Bridget Breiner (wie Demis Volpi mit «swish» kurzfristig in das Programm «Choreografie aus Stuttgart» aufgenommen) bringt in «Sirs» ihren Humor auf Trab. Da kann Gewagteres gewiss nicht schaden.
«Leviathan» ist talmudischer Tradition zufolge ein Ungeheuer, das auf dem Grund des Meeres seiner Beute auflauert. Es ist begreiflicherweise im Ballett zum «Sextett» von Steve Reich nicht zu sichten, aber seine bedrohliche Existenz bleibt spürbar. Immer wieder taucht ein Tänzer aus der Tiefe auf, während Katja Wünsche wunderbar auf einem Podest die Belastbarkeit ihrer körperlichen Möglichkeiten austestet. Schwer zu sagen, was der Choreograf damit bezweckt. Der Erste Solist des Stuttgarter Balletts will auch keine Geschichte erzählen, schon ...
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Es ist dieser Tage ein Leichtes, auf eine kapriziöse Choreografin zu warten, die sich nicht so recht entscheiden kann, wann sie ein Interview geben möchte. Die mittelitalienische Sonne wärmt die Geduld, das frühlingshafte Rom bietet genügend Anlässe, bei einem guten Espresso noch einmal die Bilder des Vorabends an sich vorbeiziehen zu lassen. Heerscharen von...
Euripides, der alte Grieche, schrieb um 406 vor Christus die «Bakchen» – ein Stück, in dem er ein für alle Mal mit dem Tanzen abrechnete. Die Bakchen sind bei ihm Anhängerinnen des sogenannten Dionysos-Kults. Alle drei Jahre verlassen sie ihr Dorf in Thrakien und gehen in die Wälder, um dort zum Tier zu werden. Sie tanzen sich in Ekstase und glauben an einen Gott...
Matteo Levaggi, 30 year-old resident choreographer of Balletto Teatro di Torino, has premiered a new “Petrouchka” of his very own in Modena: with no need to play through the plot again, there is all the more need for pure dance. The characters of the original ballet can just about be discerned, thanks only to their familiarity.
First of all, Stravinsky’s score is...
