Urs Dietrich: «Voice»
Sie ist die schrillste Stimme mechanischer Kommunikation. Eine Trillerpfeife eröffnet Urs Dietrichs neue Choreografie am Bremer Tanztheater. Die Akteure tasten sich auf der Schwelle zwischen privatem Körper und Kunstgestalt in Rollen und Identitäten, lauschen still in sich hinein. Horchen an lautsprecherähnlichen Kästen an der Wand.
Ein Rednerpult suggeriert Ansprache, ein Duett zeigt einen Dialog der Geschlechter als Machterkundung.
Welche Stimme erreicht die Tänzer? Welcher Klang spricht in ihnen selbst? Welche Signale senden sie an das Publikum? Welche Sprache spricht der Körper zwischen individueller Disposition und formalem Kanon?
«Voice» heißt das jüngste Stück des Bremer Tanztheater-Chefs. Ein fesselnd vielschichtiges Werk mit kunstvoll verschliffenen Szenen, in denen Grundmotive über Stimmungsfelder wandern und sich in surrealen Episoden auffächern. Die Trillerpfeife ist Leitmotiv und Leidmelodie. Zu ihrem Klang werden geschäftige Vertreter einer uniformen Business-Community auf der Sackkarre von Funktionsstelle zu Funktionsstelle geschoben und in den Dienstpuls getaktet.
Ihr schneidender Ton setzt Körper in Bewegung, die die Gesundheitsfunktionäre in Kitteln ...
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First of all, Stravinsky’s score is...
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