Feierabend!

Helena Waldmann gab ein Fest im Theater - als Gegengift zum Leistungswillen unserer Bühnen. Das Publikum wurde eins mit der Kunst, die Kritik gespalten.

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PRO

Diesmal wird alles anders! Das Theater soll wieder werden, was es mal war! Schluss mit dem Vormachen. Feste feiern! Solche Ankündigung samt erahnter Aufforderung zum Tanz ließ die Skeptikerin erschaudern. Dann blickt mir eine Plastikmäuse­maske ins Gesicht und fragt, ob ich Mut habe. «Ja», lautet die mündliche Vereinbarung; die visuelle folgt: Jeder Besucher sucht sich im Foyer, bei Geplauder und erstem Trunk, eine Plastikmaske aus, darf Versteck mit seiner Identität spielen. Muss aber nicht. Unter der Tierschnauze verfliegt mir der Ärger des Tages.

Diese falschen Gesichter machen uns zu einer Gemeinschaft. Sie sortieren Artgenossen: Affen, Mäuse, Löwen, Wölfe. Wildfremde Leute lächeln einander zu. Helena Waldmann, Leithammelin der Gastgeber, hält eine kurze programmatische Ansprache. Dann dürfen wir rein ins Theater. Mitmachen.

Das Entrée ist ausgeklügelt. Das Performerteam hat alles wiederholt an lebenden Subjekten ausprobiert, immer wieder verändert, unterstützt von den Dramaturginnen Rosi Ulrich und Célestine Hennermann. Der Ablauf ist geplant, die Musiken, die «Event»-Einlagen, gesteuert werden emotionale Dynamiken – wie bei einem Fest. Wie beim Theater. Das ist ...

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Tanz Mai 2008
Rubrik: Feste tanzen, Seite 18
von Melanie Suchy, Klaus Witzeling

Vergriffen
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