Marco D’Agostin «Best Regards»
Eine einstündige One-man-Show, Auge in Auge mit dem Publikum: Der experimentierfreudige Performer Marco D’Agostin erweist seinem Mentor Nigel Charnock die Ehre, dem großen englischen Entertainer, der in den 1980er-Jahren das DV8 Physical Theatre mitgründete und 2012 viel zu früh, mit 52 Jahren, verstarb. Als die beiden einander begegneten, war D’Agostin 23 Jahre alt und noch in der Tanzausbildung. Nun möchte er Charnock danken: mit seinem Solo «Best Regards».
D’Agostin hinterfragt das Thema Entertainment, indem er sein Publikum magisch in Bann zieht, zunächst mit Ironie und Provokation, schließlich mit purer Poesie. Dabei greift er Charnocks Vermächtnis auf – jenen typischen Mix aus absoluter Bewegungsfreiheit zwischen den Props auf der Bühne, einer eigenwilligen Mischung aus Gesang, Sprache und animiertem Tanz. Und er fügt ihm ein neues Motiv hinzu: die Intensität von Briefwechseln. Ein nie zugestelltes Schreiben, verfasst von der Tänzerin und Choreografin Wendy Houstoun an ihren Freund und Kollegen Charnock nur wenige Tage vor dessen Tod, bildet den Ausgangspunkt. Auf diesen Brief verweist auch der Schriftzug «Dear N.» oberhalb des LED-Vorhangs im Bühnenhintergrund. Geschriebene ...
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Tanz August/September 2024
Rubrik: Tanz im August, Seite 20
von Maria Luisa Buzzi
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