Marcel Leemann «Beben»
Sie hatten beim Intendanzwechsel am Tiroler Landestheater vor eineinhalb Jahren zweifelsohne den schwierigsten Einstand: Marcel Leemann und Stefan Späti, das neue Leitungsduo der Sparte Tanz. Gab es davor ja einen regelrechten Fan-Aufstand, weil Langzeit-Tanzchef Enrique Gasa Valga seinen Sessel räumen musste. Umso erstaunlicher, in welch kurzer Zeit das Duo die Tanzsparte des Hauses höchst erfolgreich künstlerisch revitalisierte. Mit «Beben», der letzten Produktion in dieser Saison, die Marcel Leemann selbst als Choreograf verantwortet, ist den beiden nun ein weiterer Coup gelungen.
Der Abend präsentiert sich als genreübergreifende, hochassoziative Tanzproduktion, die sich ganz den wechselvollen Gefühls- und Erlebniswelten junger Menschen verschreibt. Leemann, der als Choreograf einen betont partizipativen Ansatz pflegt, nahm sich bei der Erarbeitung vollkommen zurück, fungierte eher als Fragensteller und Moderator. Die zentralen inhaltlichen Impulsgeber*innen des Abends sind abseits des Tanzensembles, das sich ungemein feinfühlig aufeinander einschwingt, die Poetin Julia Costa – ihre lyrischen Kurztexte über die Phasen des Bebens werden von den Akteur*innen in ihrer jeweiligen ...
Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo
Sie sind bereits Abonnent von tanz? Loggen Sie sich hier ein
- Alle tanz-Artikel online lesen
- Zugang zum ePaper
- Lesegenuss auf allen Endgeräten
- Zugang zum Onlinearchiv von tanz
Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen
Tanz 2025
Rubrik: Kalender, Seite 44
von Christine Frei
Der Horizont über dem Meer von Nagasaki – schon als Kind faszinierte Minako Seki dieser Strich, der sich nicht bewegt. Er grenzt die Bewegungen von Himmel und Wolken, Wasser und Wellen voneinander ab und verbindet sie gleichzeitig. «Alles ringsum bewegt sich, doch dieser Strich bleibt still. Was ist dieser Strich und was liegt dahinter?» Minako Sekis Antworten...
Die Szene auf dem Gemälde «Arabesque» ist so ungewöhnlich, dass man unwillkürlich stehenbleibt. Sechs Schwarze Ballerinen stehen da in symmetrischer Formation, Grundhaltung «Arabesque», als würden sie gerade im Studio für ihren Auftritt proben. Aber nein – sie stehen inmitten einer Wohnsiedlung, in einer Grünanlage, am Rande des Bürgersteigs. US-Künstler Noah Davis...
Lilit Hakobyan mag Kriminalromane. «Mit meiner Art zu denken, wäre ich womöglich eine gute Ermittlerin», lacht die Tänzerin und Choreografin. «Vielleicht gibt es eine Verbindung zwischen Choreografie und der Welt des Verbrechens: Beides ist ein Puzzle, in beiden Bereichen versucht man, Teile zusammenzusetzen.» Aktuell schwört Hakobyan auf die Autorin Bella Mackie,...
