Euphorie
Lilit Hakobyan mag Kriminalromane. «Mit meiner Art zu denken, wäre ich womöglich eine gute Ermittlerin», lacht die Tänzerin und Choreografin. «Vielleicht gibt es eine Verbindung zwischen Choreografie und der Welt des Verbrechens: Beides ist ein Puzzle, in beiden Bereichen versucht man, Teile zusammenzusetzen.» Aktuell schwört Hakobyan auf die Autorin Bella Mackie, unter Connaisseuren bekannt für Romane wie «How to Kill Your Family» und «What a Way To Go»: «Ich liebe, wie sie schreibt, es ist sarkastisch, es ist lustig, aber es sind immer noch Kriminalgeschichten.
» Dass das Gespräch auf den Krimikonsum der Tänzerin kommt, ist die Folge eines Journalistentricks: «Was hätten Sie gemacht, wären Sie keine Künstlerin geworden?», so etwas fragt man, wenn man ein rundes Interview elegant zu einem Schluss bringen möchte, als softe Frage zum Gesprächsfinish. Aber Lilit Hakobyan interessiert sich nicht für Geplänkel, sie nimmt die Frage ernst, so wie sie alles an diesem Interview ernst nimmt, so wie sie auch ihrer Kunst mit tiefem Ernst gegenübertritt. Also: eine Ermittlerin. Jemand, der Puzzleteile zusammensetzt.
Zwischen «Schwanensee» und «Don Quijote»
Wobei die Frage nach einer ...
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Tanz 2025
Rubrik: Menschen, Seite 24
von Falk Schreiber
Mit «Balanchine – Lee – Ivanenko» bringt das Ballett Kiel einen eindrucksvoll vielseitigen Abend auf die Bühne des Opernhauses. Trotz erschwerter Bedingungen durch Streiks hinter den Kulissen gelang dem Ensemble zur Premiere eine überzeugende Darbietung zwischen Tradition, Abstraktion und Humor.
Eröffnet wird der Abend mit George Balanchines «Allegro Brillante»,...
Es ist ein Festival der Special Effects: Körper glitzern, schillern und funkeln. Fahles, rötliches Licht wird immer intensiver und zugleich abstrakter. Eine Spirale erhebt sich über dem Haupt eines sitzenden Wesens, das elektrisch aufgeladen zu sein scheint. Von der Decke rieselt Glitter, der die nackten Körper eindeckt. Nebelschwaden ziehen eine Art Düne herab und...
Newcomer
Emanuele Babici
Welcher Choreograf hat bereits mit 21 Jahren eine Einladung des Royal Ballet im Lebenslauf? Emanuele Babici, Gruppentänzer des Stuttgarter Balletts, hat sich über die Chance gefreut, an der diesjährigen Ausgabe der «International Draft Works» in London teilnehmen zu dürfen. An aufstrebende Choreografen wendet sich das Nachwuchs-Format – und...
