Öffnung
Der Horizont über dem Meer von Nagasaki – schon als Kind faszinierte Minako Seki dieser Strich, der sich nicht bewegt. Er grenzt die Bewegungen von Himmel und Wolken, Wasser und Wellen voneinander ab und verbindet sie gleichzeitig. «Alles ringsum bewegt sich, doch dieser Strich bleibt still. Was ist dieser Strich und was liegt dahinter?» Minako Sekis Antworten liefern keine Fakten, es geht nicht darum, zu verstehen. Sie hinterlassen Bilder, die man selbst weiterdenken kann, ein Angebot, oszillierend zwischen Erinnerung und Imagination.
«Ich dachte, der Mond verfolgt mich, ich bekam Angst und lief weg vor ihm.» Diese frühen Erfahrungen, voll kindlicher Wahrnehmung und poetischer Überhöhung, bilden den Ausgangspunkt, von dem aus die japanische Choreografin, Tänzerin und Pädagogin Minako Seki ihre Verbindung zum Tanz beschreibt.
Auch heute richtet sich ihre Wahrnehmung nicht nur nach außen, sondern ebenso intensiv nach innen. Auf die Frage, wo sie in ihrer Wahlheimat Berlin etwas wie die Beständigkeit des Horizonts spüren kann, antwortet sie: «Ich trage die Landschaft in mir, hinter meinen Augen.» Damit meint sie nicht nur einen poetischen Blick, sondern eine konkrete Praxis: den ...
Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo
Sie sind bereits Abonnent von tanz? Loggen Sie sich hier ein
- Alle tanz-Artikel online lesen
- Zugang zum ePaper
- Lesegenuss auf allen Endgeräten
- Zugang zum Onlinearchiv von tanz
Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen
Tanz 2025
Rubrik: Praxis, Seite 60
von Alina Saggerer
«figures in extinction»
Simon McBurney und Crystal Pite haben fürs Nederlands Dans Theater und Complicité den Dreiteiler «Figures in Extinction» entworfen. Wir waren bei der Uraufführung des Gesamtwerks in Manchester dabei. Und haben anlässlich des Gastspiels im Juli in Berlin ein Interview mit Pite geführt.
cesar corrales
Er startete seine Karriere als «Billy...
MANUEL LIÑÁN
Mutter und Sohn spazieren durch Grenada: «Ich weiß noch, wie Du Dir das Tuch umgelegt hast als wären es lange Haare.» Der Vater kommt? Schnell weg damit! «Ich habe von klein auf gelernt, dass Männer und Frauen sich unterschiedlich bewegen», sagt Manuel Liñán, einer der berühmtesten Tänzer Spaniens und eine Ikone (nicht nur) der queeren Szene. Denn er...
Als kleiner Junge war Robert North Patriot – er mochte Baseball, amerikanische Flaggen und Hotdogs. Das änderte sich bald. Sein Vater, ein Bildhauer, bereiste mit seiner Familie nach dem Zweiten Weltkrieg die Welt, um die Kunstwerke in Frankreich, Spanien, Mexiko, Kuba und anderswo zu studieren. Eine Zeit, die das Leben und Werk des später international...
