Marcel Leemann «Schwanensee»

Innsbruck

Tanz - Logo

Mit «Schwanensee» wagt sich das Tiroler Landestheater auf klassisches Ballettterrain – und besteht die Probe überzeugend. Die Innsbrucker Fassung von Stefan Späti und Marcel Leemann, der sie auch choreografiert hat, bleibt in weiten Zügen dem Märchen von 1877 verpflichtet, setzt jedoch mit neuen Figuren, stärkerer Ensemblepräsenz und einem Happy End eigene Akzente. Das Tiroler Symphonieorchester Innsbruck unter Gerrit Prießnitz erweist sich dabei als tragende Kraft des Abends: Tschaikowskys Musik klingt beherzt, farbig und mitreißend.

Auf der von Ayşe Gülsüm Özel gestalteten, von Ralph Kopp atmosphärisch ausgeleuchteten Bühne entfaltet sich ein bildstarkes, dichtes Geschehen. Neben Siegfried, Odette, Odile und Rotbart, in teils märchenhaften Kostümen von Catherine Voeffray, bevölkern zahlreiche Nebenrollen die Szene, ohne zum bloßen Dekor zu werden. Das Ensemble beeindruckt mit Präzision und Virtuosität, sowohl in den solistischen Rollen als auch in innigen Duetten. Besonders hervor treten Iliano Tomasetto als Siegfried, Catarina Abreu als Odette, Antonietta Bajraktari als Odile, Elizabeth Shupe als Königin sowie Antonio Tafuni und Spyros Zikos als Rotbart-Duo.

Seine eigentliche ...

Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo

Sie sind bereits Abonnent von tanz? Loggen Sie sich hier ein
  • Alle tanz-Artikel online lesen
  • Zugang zum ePaper
  • Lesegenuss auf allen Endgeräten
  • Zugang zum Onlinearchiv von tanz

Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen

Digital-Abo testen

Tanz Mai 2026
Rubrik: Kalender, Seite 42
von Thomas Nußbaumer

Weitere Beiträge
Bondara, Goecke, Kylián «Avant-Garde»

Ein Dreierabend, der unter dem Titel «Avant-Garde» neben zwei eigens auf die Ballettcompagnie des Hauses zugeschnittenen Kreationen von Robert Bondara und Marco Goecke auch das technisch ausgefeilte «27’52”» von Jiří Kylián aus dem Jahr 2002 präsentiert – ein Stück, in dem die Lebensuhr abläuft und die Zeit verrinnt, während die Figuren nach erfüllten Beziehungen...

Zukunftslabor

Dem Format der Pitchings haftet etwas von Trostpreis an: Die künstlerischen Arbeiten bzw. Methoden gelten als interessant, reichen aber nicht für einen abendfüllenden Slot im Showcase. Und doch sind sie für Kurator*innen eigentlich echte Fundorte: weniger fertige Produkte als ein Denken in Bewegung – bei gleichzeitiger Nähe zu den Künstler*innen.

Sichtbarkeit und...

Licht und Schatten

Chelsea, 1926: In einem kleinen Studio in Roland Gardens gründet Ninette de Valois die Academy of Choreographic Art. Nachdem sie zwei Jahre lang in Serge Diaghilevs Ballets Russes getanzt und dessen Führungsstil genauestens beobachtet hat, ist sie entschlossen, ihre Vision von einer nationalen Ballettschule und Compagnie in England zu verwirklichen. Mit...