Bondara, Goecke, Kylián «Avant-Garde»
Ein Dreierabend, der unter dem Titel «Avant-Garde» neben zwei eigens auf die Ballettcompagnie des Hauses zugeschnittenen Kreationen von Robert Bondara und Marco Goecke auch das technisch ausgefeilte «27’52”» von Jiří Kylián aus dem Jahr 2002 präsentiert – ein Stück, in dem die Lebensuhr abläuft und die Zeit verrinnt, während die Figuren nach erfüllten Beziehungen suchen.
Das Programm eröffnen die «4 Seasons» des Polen Robert Bondara, eine neoklassische Kreation auf die Vivaldi-Bearbeitungen von Max Richter.
Dabei interessieren den Choreografen nicht nur die Jahreszeiten, sondern vor allem der Kreislauf des menschlichen Lebens, dessen Endlichkeit allenthalben spürbar ist: Die Figur einer alten Frau (verkörpert von Ballettmeisterinnen und ehemaligen Solistinnen der Compagnie) tritt in den von jungen Paaren durchlebten Zyklus der Jahreszeiten ein. Der kollektive Körper erinnert hier an Gras, das vom Wind gebeugt wird. Diana Marszałeks schlichte Ausstattung, Daniel Tesařs Lichtregie und Jagoda Chalcińskas subtile Projektionen von aufsteigendem Rauch sorgen für eine ätherische Stimmung. In der Luft schweben Papiervögel, die in ihrer Fragilität an Seelen zwischen den Welten erinnern.
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Tanz Mai 2026
Rubrik: Kalender, Seite 44
von Lucie Kocourková
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Abschied
BIRGITTA TROMMLER
Birgitta Trommler war eine Macherin. An der Deutschen Sporthochschule Köln lernte sie von Maja Lex, auf die eigene Kreativität zu vertrauen. Alles andere kam dann ab 1965 in New York, in den Studios von Martha Graham und Katherine Dunham, in Trainings bei Cunningham und Limón. «Du kannst das, und wenn du das glaubst, dann wird das auch»,...
