Lou Beyne, Andreas Loos; Foto: Andreas Lander
Magdeburg: Gonzalo Galguera «America Noir»
Ein Mann, eine Frau, ein Verbrechen, ziemlich zwielichtige Cops und ein Cabrio-Schlitten XXL: Gonzalo Galguera hat seine Uraufführung «America Noir» auf dem Thriller-Terrain angesiedelt, das Autoren wie Dashiell Hammett oder Raymond Chandler abgesteckt und Regisseure wie John Huston, Billy Wilder oder Louis Malle in Kinobilder gebannt haben. Statt «film noir» liefert Magdeburgs Tanzchef also «ballet noir», und tatsächlich gelingt ihm und seinem Ensemble ein Abend, der die Story packend erzählt und nur hin und wieder leicht aus der Spur gerät.
Einen erklecklichen Anteil am Erfolg hat die Musik, ein Gebinde aus Kompositionen von John Adams bis Joan Tower, das die Magdeburgische Philharmonie unter Anna Skryleva glänzend präsentiert. Samuel Barbers unendlich oft und fast zu Tode getanztes «Adagio for Strings» wirkt wie neu, wie nie gehört, so filigran und durchscheinend geht der Klangkörper damit um. Was offenbar auch Galguera beflügelt hat, dessen Choreografie nicht nur mit Eloquenz überzeugt, sondern in entscheidenden Momenten lässige Zurückhaltung übt.
In fünf Kapiteln fächert «America Noir» einen jener Albträume auf, von denen niemand weiß, ob sie real, surreal oder irreal sind. ...
Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo
Sie sind bereits Abonnent von tanz? Loggen Sie sich hier ein
- Alle tanz-Artikel online lesen
- Zugang zum ePaper
- Lesegenuss auf allen Endgeräten
- Zugang zum Onlinearchiv von tanz
Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen
Tanz November 2017
Rubrik: Kalender und Kritik, Seite 42
von Dorion Weickmann
Vorhang auf und: huch! So hüllenlos. Ein Hüfttuch für die ‹private parts›, das sich hinten zum String verdünnt – weniger Klamotte geht nicht. Kaum also hat der «Debut»-Abend begonnen, da wird einem auch schon ein prachtvolles Männer-Gesäß präsentiert. Das ist mal ein Auftakt für eine Kompanie! Acosta Danza aus Kuba: So heißt die neueste Preziose der internationalen...
Cherchez la femme! Obwohl zeitlebens unbeweibt, haben im Junggesellen-Leben von Ernst Oppler gleich zwei Frauen eine alles entscheidende Rolle gespielt: die eine eher indirekt, die andere unmittelbar, wenn auch nicht ganz so «intim», wie man aufgrund seiner Bilder vielleicht glauben könnte.
Geschlossene Vorstellung, 1909
Frau Nr. 1: Tilla Durieux. Es werden sich...
Highlights November 2017
Berlin, Hamburg
Nordwind
ist ein sehr spezielles Festival. Es bringt arktische, afrikanische, deutsche und skandinavische Künstler zusammen: So tanzt u. a. das Personal von Constanza Macras «Electrodomestics», co-choreografiert hat Adham Hafez aus Ägypten. Athi-Patra Ruga aus Südafrika zeigt die Uraufführung von «The BEATification of Feral...
