M. MORAU «FOREST FIRES»

Basel

Tanz - Logo

Nackt und grau präsentiert sich die Bühne im Schauspielhaus Basel. An der hinteren Betonwand liegen die Tänzer*innen des Ballett Basel wie gestapelte Ware in Nischen. Vorne an der Rampe erzählt eine Tänzerin unter tiefhängenden Scheinwerfern ein Märchen. Von einem Baum als Symbol einer großen Liebe, die mit dem Tod endet. In «Forest Fires» – Marcos Moraus Beitrag zum Doppelabend mit Sharon Eyals «Salt Womb» – ist der Wald schon lange abgebrannt; Rauch vernebelt den spärlich beleuchteten Raum.

Düster, von unendlicher Melancholie getränkt erhebt sich die Stimme von Nick Cave. Seine Musik und Texte bilden den roten Faden durchs Stück. Dazu bewegen sich 13 Tänzer*innen wie eine zuckende Masse. Eine Bewegung löst viele andere aus, schnell und behände werden einzelne Tanzende hochgehoben und sacht aufgefangen. Dazwischen stehen sie als abgekoppelte Individuen verloren im Raum. Der spanische Choreograf hat ein tieftrauriges Poem über Einsamkeit und Zärtlichkeit geschaffen. Und über die Kraft des Widerstandes. Am Ende senken sich nacheinander Bühnenprospekte wie Erinnerungs-Flashes vom Schnürboden herab. Nur das letzte Bild mit einem ukrainischen Flüchtling am Zugfenster fährt hoch, zum ...

Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo

Sie sind bereits Abonnent von tanz? Loggen Sie sich hier ein
  • Alle tanz-Artikel online lesen
  • Zugang zum ePaper
  • Lesegenuss auf allen Endgeräten
  • Zugang zum Onlinearchiv von tanz

Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen

Digital-Abo testen

Tanz Mai 2022
Rubrik: Kalender, Seite 48
von Maya Künzler

Weitere Beiträge
Ausbildung, Workshops, Symposien 5/22

Fortbildungen
HZT Berlin

MA Soda (MA) Solo/Dance/Authorship
1. Februar bis 1. April Studienbeginn: April 2023 maC (MA) Choreographie
1. Oktober bis 1. November Studienbeginn: Oktober 2023 Tanz (BA), Kontext, Choreographie
1. Oktober – 1. Dezember Studienbeginn: Oktober 2023
www.hzt-berlin.de

Royal Conservatoire, The Hague
«International Dance Intensive» &...

Utopien

Sie haben beide künstlerische Verbindungen nach Russland. Was ging in Ihnen vor, als Sie vom russischen Angriff erfuhren?
Sasha Waltz: Ich war erschüttert. Ich steckte noch mitten in den Proben zu «SYM-PHONIE MMXX», und natürlich haben wir das Geschehen auch in diesem Rahmen diskutiert. Am Tag des Angriffs haben wir die Probe mit einer Schweigeminute begonnen, weil...

Die Fußgängerin

Wohl dank Jérôme Bel zählt das Zürcher Theater Hora europaweit zu den bekanntesten Kompanien des inklusiven Tanztheaters. Bel choreografierte die Truppe 2012 unter dem ebenso lapidaren wie heute kaum mehr als korrekt empfundenen Stücktitel «Disabled Theatre». Was der französische Choreograf vorfand, war die 1993 gegründete Kompanie für Menschen mit «different...