lyon: Maud Le Pladec: «Democracy»

Tanz - Logo

Es gibt kein Ende. Immer neue Recherchen zeigen, wie Tanz und Musik sich neu begegnen können. Wenn sie sich dabei noch gegenseitig überraschen, umso besser! Die junge Maud Le Pladec schickt sich an, bei dieser Art von Rendezvous den Ton anzugeben. Ihre Ouvertüre spielte sie vor vier Jahren, außerordentlich erfolgreich. «Professor» hieß das männliche Trio zu aufwühlender zeitgenössischer Musik von Fausto Romitelli, das den choreografischen Stern der einstigen Tänzerin bei Mette Ingvartsen, Mathilde Monnier und Boris Charmatz aufgehen ließ.

Musiker wie Tom Pauwels setzen die Kompositionen fast schon karikierend in Körpertheater um. So verwandeln sie sich mal in eine Mischung aus Dirigenten und Musikinstrumenten, mal spielen sie großes Kino. Das Ergebnis ist ein mimischer Thriller, in dem die Partitur gleichzeitig Handlung und Kommentar verkörpert. So komplex, so einfach, so dramatisch. Frankreichs Tanzkritiker wählten Le Pladecs Erstlingswerk 2010 zur Entdeckung der Saison.

Mit «Democracy», ihrem vierten Opus, erteilt uns Le Pladec erneut eine Lektion, als ginge es nun darum, wie man ein choreografisches Konzert so beginnt, als bräche eine Revolution aus: mit Höllenlärm. Alle neun ...

Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo

Sie sind bereits Abonnent von tanz? Loggen Sie sich hier ein
  • Alle tanz-Artikel online lesen
  • Zugang zum ePaper
  • Lesegenuss auf allen Endgeräten
  • Zugang zum Onlinearchiv von tanz

Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen

Digital-Abo testen

Tanz August/September 2014
Rubrik: kalender und kritik, Seite 66
von Thomas Hahn

Weitere Beiträge
wien: Dinis Machado: «Black Cats Can See In The Dark But Are Not Seen»

Der gebürtige Portugiese Dinis Machado, derzeit in Stockholm lebend, hat Tanz, Schauspiel und Bildende Kunst studiert. Nun bewegt er sich an den Schnittstellen dieser drei Disziplinen. Seine Verfahrensweise könnte man «Dramaturgie der Arbeit» nennen: Machado fusioniert Strategien aus der Darstellenden Kunst – Installationen, Performances, Happenings – mit...

münchen: Richard Siegal: «Metric Dozen»

Jüngst uraufgeführt durch das Ballet National de Marseille, ist Richard Siegals «Metric Dozen» auch ein Lehrstück über den Umgang mit Tänzern. Denn bevor drei akustische Peitschenhiebe ins völlig verdunkelte Silo einfahren, eine wegen der schlechten Sicht wenig tanzgeeignete Allzweckhalle am ehemaligen Hafen von Marseille, bevor einzelne Spots die ersten beiden in...

anstiften

Als wir nach dem Gespräch wieder in sein Auto steigen, das unter einem Baumarktholzdach parkt, heben die Nachbarn kurz die Köpfe. Dieter Buroch grüßt fröhlich hinüber. Ein Rentnerpaar, das da auf seiner Terrasse dem gepflegten Nichtstun frönt und dessen Hortensien blühen, als gäbe es kein Morgen. Buroch hat es nicht so mit Blümchen, aber einen schönen Rasen hinter...