luxemburg: Angie Hiesl: «[in] Visible – [un] Sichtbar»
Vor der Alten Feuerwache in Saarbrücken breitet sich der ungastliche Landwehrplatz aus. Linkerhand dribbeln zwei Jungs mit einem Basketball unter einem Korb. Auf der Bank daneben wechselt ein Briefumschlag den Besitzer, von einer schwarzen Lederjacke in die andere. Der eine Typ, der Dicke mit dem Käppi, pflanzt sich später zehn Meter weiter an den Rand der Performance, schaut auf das ungewohnte Wasser auf dem Platz und auf zwei nackte Frauenbeine, die aus einem Pulk Wasserflaschen herausragen. Als sei die zugehörige Frau am Versinken – oder wächst sie da heraus? Unterm Käppi dräut es.
Bis es ganz leise darunter heraustropft: «Was soll’n das?»
Das Schöne an den performativen Installationen von Angie Hiesl und Roland Kaiser sind Momente, wenn nichts soll. Scheinbar. Wenn sie den Alltag an einem Alltagsort aus den Angeln heben und er über Normal schwebt, ihn verwackeln, aber nicht extrem stören. Wenn sie dem Auge schmeicheln und den Gedanken dahinter kratzen. Sie laden ein zum Schweifen des Blicks. Die Passanten an solchen Orten werden auch zur Schau. Die alte Dame, die einen Rollstuhl sorgsam zwischen zwei stehenden Wasserflaschen hindurchschiebt. Es sind ordinäre 1,5-Liter-Flaschen, ...
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Tanz Juli 2014
Rubrik: kalender und kritik, Seite 46
von Melanie Suchy
In diesem Sommer wird sie 50, die einst von Martha-Graham-Repertoire geprägte und inzwischen schon über ein Vierteljahrhundert von Ohad Naharin geleitete Batsheva Dance Company. Immer noch produziert der israelische Choreograf für seine Truppe Kreationen mit unverkennbarer Handschrift. Vor Kurzem erst nahm sich Batsheva nochmals seine Stücke «Mamootot», «Max» und...
The choreographic work of Jan Fabre has been marked all along by the solo’s he made for dancers he loved to work with. The French dancer Cedric Charron, company member since 14 years now could not be an exception to this rule as his input in Fabre’s work has been substantial since he first incarnated a mad barking dog in «As long as the world needs a warrior soul»....
Die Avatare ganz realer Tänzer tanzen an Gebäudefronten. Die Architektur ist ihre Bühne. Sie klettern über Dächer und Gesimse, verschwinden in Fenstern oder richten sich auf der Außenwand ihre dreidimensionale Kammer ein. Bei der Performance «What is up?» 2010 in Enschede wurden sie zu Hausbesetzern. Gesteuert werden diese Missionen von den Medienkünstlern des...
