Lost in Dhaka

«ID-clash» von Angie Hiesl und Roland Kaiser kreist um Fragen der Identität von Körper, Seele, Geschlecht. Mit von der Partie sind auch zwei transidente Bangladeshis. Zu Hause besucht hat sie Melanie Suchy

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Von den Barrieren, Zäunen, Mauern, an denen man sich im Leben immer mal den Kopf einrennt, wenn nicht noch mehr, ist die Grenze zwischen Männern und Frauen eine der populärsten. Von der Pein, wenn diese mitten durch einen einzigen Menschen hindurchläuft, können Transidente berichten. Meist liegen diverse Kämpfe hinter ihnen, bevor sie ein ihnen gemäßes Leben führen können. Die Frage der Inszenierung der eigenen Person, des Ausdrucks der Identität im Familien-, Kollegen- und weiteren Kreis stellt sich ihnen auf existenzielle Weise.

Gender-Wechsel im Spiel von Schein und Sein und Anderssein gehört seit Jahrhunderten zu Theaterkulturen, auch zu diversen Tanztraditionen. Die Opposition «männlich-weiblich» überhaupt infrage zu stellen, zumindest die Kategorienklischees zu überprüfen, daran arbeitet sich auch der Zeitgenössische Tanz schon länger ab. Zusätzlich befassen sich Stücke mit dokumentarischem Charakter auch dezidiert mit dem Thema Transgender oder Transidentität. Eines davon ist «ID-clash» des Kölner Künstlerduos Angie Hiesl und Roland Kaiser, die im fernen Bangladesch dazu angestiftet wurden.

Reise zurück

Die installative und für Hiesl, die ursprünglich vom Tanz kommt und ...

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Tanz Oktober 2016
Rubrik: Reportage, Seite 62
von Melanie Suchy

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